
Seit Mai 2026 kostet Parkieren in Appenzell auch am Sonntag. Die ersten 90 Minuten bleiben gratis, und die blaue Zone ist am Sonntag sogar ganz frei.
Auf dem Parkplatz Ziel in Appenzell reiht sich Auto an Auto, dazwischen steht ein Wohnmobil, am Rand lehnen Fahrräder. Dahinter Giebelhäuser mit roten Fensterläden, daneben neue Häuser in Pastelltönen, und über allem bewaldete Hügel unter einem weiten Himmel. Einen Platz für den Wagen finden Sie im Dorf fast immer, und vom Auto bis zu den bemalten Fassaden sind es nur ein paar Minuten zu Fuß.
Als wir an einem Sonntag im September 2025 auf dem Parkplatz Ziel standen, haben wir für den ganzen Nachmittag keinen Rappen bezahlt. Damals waren Sonntage auf den Parkplätzen des Dorfes gebührenfrei. Seit dem 19. Mai 2026 gilt das nicht mehr: Der Kanton Appenzell Innerrhoden hat seine Parktarife vereinheitlicht, und die Gebühr läuft jetzt jeden Tag, auch am Sonntag.
Ganz so streng, wie es klingt, ist es trotzdem nicht: Die ersten 90 Minuten bleiben gratis, und die blaue Zone am Landsgemeindeplatz ist sonntags sogar unbegrenzt frei. Wo Sie am besten parken, was es kostet und worauf Sie schon vor der Fahrt achten sollten, lesen Sie hier.
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Für einen Dorfbummel ist der Parkplatz Ziel an der Zielstrasse die erste Wahl. Er ist groß, rund um die Uhr zugänglich, und vom Auto bis zum Landsgemeindeplatz mit dem roten Hotel Säntis sind es nur ein paar Gehminuten. Bei unserem Besuch an einem Sonntagnachmittag im September waren reichlich Felder frei.
Für einen kurzen Halt reicht die blaue Zone: Mit der Parkscheibe stehen Sie eine Stunde gratis, mitten im Ortskern. Am Sonntag gilt die Zeitbeschränkung dort gar nicht. Wer im Osten des Dorfes zu tun hat, an der Weissbadstrasse oder an der Brauerei, parkt auf dem Brauereiplatz und läuft gut 300 Meter bis zum Rathaus.
Die meisten gebührenpflichtigen Plätze liegen höchstens fünf Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt.
Seit dem 19. Mai 2026 gilt im ganzen Kanton Appenzell Innerrhoden ein einheitlicher Tarif. Er betrifft alle bewirtschafteten Parkplätze, im Dorf Appenzell ebenso wie in Wasserauen oder Brülisau:
Für einen schnellen Gang durch das Dorf reichen die 90 Gratisminuten; mit Einkehr oder Museumsbesuch zahlen Sie für einen Nachmittag ein paar Franken. Bezahlt wird am Automaten mit Schweizer Münzen oder bargeldlos per App, etwa mit Twint, ParkingPay oder EasyPark. Ob Sie auch für die Gratiszeit ein Ticket ziehen müssen, steht am Automaten — ein kurzer Blick lohnt sich.

Der Parkplatz Ziel liegt an der Zielstrasse 18, gleich nördlich des Ortskerns: eine weite, ebene Asphaltfläche mit markierten Feldern, dahinter eine Reihe Giebelhäuser und die grünen Hügel. Rund 77 Felder stehen hier zur Verfügung, dazu Plätze für Menschen mit Behinderung und einige für Reisebusse. In den letzten Jahren ist der Platz um zwei Dutzend Felder gewachsen.
Zwei Dinge machen ihn besonders angenehm. Erstens gibt es direkt auf dem Platz eine kostenlose Toilette — bei unserem Besuch sauber, mit Wasser zum Händewaschen. Nach einer langen Anfahrt mit Kindern ist das mehr wert als jede Sehenswürdigkeit. Zweitens beginnt die Zielstrasse gleich am Platz und führt ohne Umweg ins Dorf; wie die Runde von dort weitergeht, steht in unserem Artikel über die Sehenswürdigkeiten in Appenzell.
Auch Wohnmobile standen bei unserem Besuch auf dem Ziel. Wer im Dorf übernachten möchte, findet die Regeln für Camper in einem eigenen Merkblatt von Appenzellerland Tourismus.
Wir sind an einem Sonntag gekommen und haben erst auf dem Parkplatz Ziel gemerkt, dass er nicht an jedem Tag zur Verfügung steht. Am Rand stand ein mobiles Schild: „Parkieren verboten · Dienstag · Ganzer Platz · 05.00“. Das war keine feste Regel, sondern eine Sperrung ab einem bestimmten Dienstag: Wenige Tage später stand auf dem Ziel die «Chölbi», der herbstliche Jahrmarkt mit Karussells und Magenbrot. Uns hat das an diesem Sonntag nicht betroffen, doch wer über Nacht geblieben wäre, hätte am Dienstagmorgen vor einem gesperrten Platz gestanden.
Solche Überraschungen gibt es im Dorf öfter: Wird ein Parkplatz für einen angekündigten Anlass gebraucht, müssen die Autos weichen. Schauen Sie sich deshalb schon vor der Fahrt zwei oder drei Parkplätze aus, die für Sie gut liegen, und werfen Sie einen kurzen Blick darauf, ob an Ihrem Reisetag im Dorf etwas los ist. Dann bringt Sie ein Schild vor Ort nicht aus dem Konzept, und der Ausflug beginnt so entspannt, wie er gedacht war.

Ist der Ziel voll oder liegt er für Ihre Runde ungünstig, finden Sie nah am Dorfkern drei weitere gebührenpflichtige Parkplätze. Für alle gilt derselbe Tarif, und von allen ist der Bummel zu Fuß kurz:
Ein Termin, den Sie kennen sollten: Am ersten Dienstag im Oktober findet auf dem Brauereiplatz die kantonale Viehschau statt. Dann gehört der Platz den Kühen.
Die blauen Felder, die für einen Dorfbummel am günstigsten liegen, finden Sie auf dem Landsgemeindeplatz, im Kronengarten und beim Bahnhof. Es gelten die Schweizer Regeln:
Am Sonntag ist die blaue Zone damit die günstigste Wahl im ganzen Dorf, solange Sie ein freies Feld finden. Auf dem Landsgemeindeplatz wurden 2024 einige Felder zugunsten eines Fußwegs aufgehoben, und auf lange Sicht soll der Platz ganz autofrei werden.

Ein Tag im Jahr ist anders: Am letzten Sonntag im April gehört der Landsgemeindeplatz dem Stimmvolk, und an Parken auf dem Platz ist nicht zu denken. Planen Sie für diesen Tag einen der anderen Parkplätze im Dorf ein und rechnen Sie mit vollen Gassen, denn die Landsgemeinde ist ein Erlebnis.
Mittags zieht die Regierung in einem feierlichen Zug vom Rathaus auf den Platz, viele Männer tragen als alten Stimmausweis einen Degen an der Seite, und abgestimmt wird unter freiem Himmel mit erhobener Hand. Eine solche Versammlung gibt es heute nur noch in zwei Kantonen der Schweiz. Zuschauen dürfen alle, abstimmen nur die Stimmberechtigten des Kantons.
Auch an Feiertagen sieht das Parken im Dorf anders aus als im Alltag. In Appenzell Innerrhoden ist zum Beispiel der 22. September, der Mauritiustag, ein Feiertag: Dann gilt für die blaue Zone dieselbe Regel wie am Sonntag, und Sie parken dort ohne Zeitbeschränkung.
Der Kanton will den Ausflugsverkehr künftig lenken. Für das Frühjahr 2027 ist ein Parkleitsystem geplant, das auf elektronischen Tafeln anzeigt, wo im Dorf Appenzell, in Wasserauen, Brülisau und Jakobsbad noch Platz ist. Ist eine Zielzone voll, kann die Zufahrt auch gesperrt werden. Für Ihren Ausflug heißt das: An schönen Wochenenden lohnt sich eine frühe Ankunft oder gleich die Bahn.
Wenn Sie noch überlegen, ob Sie mit dem Auto nach Appenzell fahren oder doch lieber den Zug nehmen: Die Appenzeller Bahnen fahren mit der S21 jede halbe Stunde von St. Gallen nach Appenzell, die Fahrt dauert rund 36 Minuten; aus Richtung Gossau kommen Sie mit der S23 in knapp 40 Minuten. Vom Bahnhof Appenzell sind es gut 300 Meter bis zum Rathaus an der Hauptgasse, und Sie sparen sich die Parkplatzsuche.
Planen Sie die Fahrt doch mit dem Auto, lesen Sie unseren Artikel über die Anfahrt nach Appenzell: Dort finden Sie die malerische Strecke über Eggerstanden und die entspannte über Herisau und wählen, welche zu Ihnen passt.
| Parkplatz Ziel (P3) | Zielstrasse 18 · rund 77 Felder · rund um die Uhr · kostenlose Toilette · wenige Gehminuten zum Landsgemeindeplatz |
| Tarif | täglich 5–1 Uhr · bis 90 Minuten gratis · danach ab Fr. 1.50 bis Fr. 9.– für 6,5 Stunden · jede weitere Stunde Fr. 0.50 · 24 Stunden Fr. 15.75 |
| Weitere Plätze im Zentrum | P1 Brauereiplatz · P2 Hallenbad · P4 Neuhof |
| Blaue Zone | Landsgemeindeplatz, Kronengarten, Bahnhof · Mo–Sa 8–19 Uhr eine Stunde mit Parkscheibe |
| Am Sonntag | gebührenpflichtige Plätze kosten · blaue Zone ohne Beschränkung |
| Bezahlen | Automat (Münzen CHF) · Twint, ParkingPay, EasyPark |
| Ohne Auto | S21 ab St. Gallen rund 36 Minuten · vom Bahnhof gut 300 m zum Rathaus |
Für einen Besuch im Dorf auf dem Parkplatz Ziel an der Zielstrasse 18. Er ist groß, rund um die Uhr offen, hat eine kostenlose Toilette und liegt nur wenige Gehminuten vom Landsgemeindeplatz entfernt. Für kurze Halts gibt es blaue Felder auf dem Landsgemeindeplatz und im Kronengarten.
Ja, auf zwei Wegen. Auf allen gebührenpflichtigen Plätzen sind die ersten 90 Minuten gratis. In der blauen Zone parkt man von Montag bis Samstag eine Stunde mit der Parkscheibe gratis, nachts zwischen 19 und 8 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ohne Zeitbeschränkung.
Seit dem 19. Mai 2026 gilt im ganzen Kanton ein einheitlicher Tarif: Nach 90 Gratisminuten steigt die Gebühr schrittweise von Fr. 1.50 auf höchstens Fr. 9.– für 6,5 Stunden, jede weitere Stunde kostet Fr. 0.50. Die ersten 24 Stunden kosten zusammen Fr. 15.75, jeder weitere Tag Fr. 10.–. Die Gebühr gilt täglich von 5 bis 1 Uhr.
Auf den gebührenpflichtigen Plätzen wie dem Parkplatz Ziel nicht mehr: Seit Mai 2026 läuft die Gebühr auch am Sonntag, nach den ersten 90 Gratisminuten. In der blauen Zone dagegen gilt an Sonn- und Feiertagen keine Zeitbeschränkung, dort parkt man gratis.
Ja, bei Anlässen. Ende September steht auf dem Ziel die «Chölbi», ein Jahrmarkt mit Karussells, und für den Aufbau wird der Platz schon einige Tage vorher gesperrt. Schauen Sie sich deshalb vor der Fahrt einen zweiten Parkplatz aus, etwa den Brauereiplatz.
Nicht auf dem Landsgemeindeplatz, denn dort findet am letzten Sonntag im April die Versammlung statt. Ausweichen kann man auf die gebührenpflichtigen Plätze am Rand des Dorfes, etwa den Parkplatz Ziel oder den Brauereiplatz. Entspannter ist an diesem Tag die Anreise mit der Bahn ab St. Gallen.
Die Beiträge auf dieser Seite beruhen auf Beobachtungen vor Ort und auf eigener Recherche und ordnen sie journalistisch ein. Preise, Öffnungszeiten und Gebühren geben den Stand unserer Recherche wieder und können sich jederzeit ändern — ein kurzer Blick auf die Seite des Anbieters vor dem Ausflug lohnt sich immer. Alle Angaben, etwa auch zu Leinenpflicht oder Zutritt, gelten ohne Gewähr; im Einzelfall kann die Lage anders sein. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung: Bei konkreten Fragen hilft die zuständige Stadt oder der Betreiber weiter.
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