
Vom Rheintal hinauf sind es gut 400 Höhenmeter und ein Wechsel der Welt: Autobahn, Höfe, Kehren, dann die leere Straße vor dem Alpstein.
Kurz vor Appenzell öffnet sich die Landschaft wie ein Vorhang. Rechts der Straße fällt eine sattgrüne Wiese ab, unten liegen verstreute Höfe, und vorn steht, scharf gezackt unter weißen Wolken, die Kette des Alpsteins. Spätestens hier merken Sie, dass die Anfahrt selbst schon zum Ausflug gehört.
Hinter Ihnen liegen dann die breite A13 im Rheintal und eine kleine Bergstraße, die von gut 400 auf fast 900 Meter klettert, an Höfen vorbei, die direkt an der Fahrbahn stehen. Von der Autobahn bis nach Appenzell ist es nicht weit, und doch ist es eine ganz andere Welt, für den Fahrer sogar ein kleines Abenteuer. Wer es ruhiger mag, kommt über Herisau ebenso ans Ziel: Auf diesem Weg sind wir zurückgefahren.
Inhalt
Wir sind auf zwei verschiedenen Wegen gefahren, hin über Eggerstanden, zurück über Herisau. Beide sind schön, aber sie fühlen sich ganz unterschiedlich an:
Von der Autobahnausfahrt bis ins Dorf sind es auf beiden Wegen knapp 20 Kilometer.

Wir sind über die A13 gekommen, aus Richtung Bodensee, und haben sie an der Ausfahrt Oberriet verlassen. Von dort führt die Straße durch Oberriet nach Eichberg und dann stetig bergauf, über die Hölzlisbergstrasse und weiter nach Eggerstanden. Ohne Halt sind Sie in einer knappen halben Stunde in Appenzell. Planen Sie trotzdem mehr ein, denn Sie werden anhalten wollen.
Der untere Teil ist Landleben aus nächster Nähe: Weiden bis an den Asphalt, Höfe direkt an der Fahrbahn, kaum ein Trottoir.
Hinter Eichberg beginnt das eigentliche Abenteuer. Die Hölzlisbergstrasse klettert in engen Kehren durch Wald und Wiesen steil den Hang hinauf, und bis Eggerstanden geht es insgesamt rund 400 Höhenmeter nach oben. Wir haben auf diesem Stück kein einziges Foto gemacht: Die Straße verlangte die ganze Aufmerksamkeit, und ehrlich gesagt hat sie uns ganz schön gefordert.
Wir würden diesen Weg deshalb nur empfehlen, wenn Sie sich am Steuer sicher fühlen. Mit Wohnmobil oder Anhänger fahren Sie entspannter über Herisau. Unterwegs wechseln Sie übrigens den Kanton, von St. Gallen nach Appenzell Innerrhoden.

Bei Eggerstanden ändert die Fahrt ihren Charakter. Bei uns war die Straße hier oben leer, wirklich leer: zwei Spuren, ein weißer Leitpfosten, Wiese, dahinter Wald und über allem die Kette des Alpsteins, auf die an diesem Nachmittag die Sonne durch eine Wolkenlücke fiel.
Eggerstanden selbst ist eine Streusiedlung mit Kapelle, Schule und Wirtshaus, die Höfe liegen weit verteilt über die Hänge. Ihr Name kommt vom mittelhochdeutschen Wort „egerde“ für brachliegendes Land.
Wenn Sie unterwegs einmal anhalten möchten, dann hier oben, wo die Straße frei ist und der Blick sich nach Süden öffnet.

Die letzten Kilometer führen sanft hinunter, auf die Gaiserstrasse und in einer langen Kurve auf Appenzell zu. Links und rechts grüne Wiesen, Holzhäuser mit Solardächern, unten im Tal die Dächer des Dorfes und dahinter die bewaldeten Hänge vor dem Alpstein. Ein Ortseingang ohne Gewerbegebiet, ohne Kreisel mit Möbelhaus: Das Dorf beginnt, und die Wiese hört kaum auf.
Über die Entlastungsstrasse und die Zielstrasse erreichen Sie den Parkplatz Ziel, nur ein paar Gehminuten vom Landsgemeindeplatz. Was das Parken dort kostet und worauf Sie vor der Fahrt achten sollten, steht in unserem Artikel über das Parken in Appenzell. Von dort beginnt auch unsere Runde durch das Dorf.
Zurück sind wir einen anderen Weg gefahren, und der Unterschied war deutlich. Von Appenzell geht es über Enggenhütten, Hundwil und Herisau zur A1 bei St. Gallen-Winkeln. Die Straße ist breit und gut ausgebaut und bleibt fast die ganze Zeit zwischen 650 und 800 Metern Höhe. Statt Kehren gibt es weite Kurven über die Hügel, und bei Hundwil überqueren Sie auf einer Brücke das Hundwiler Tobel.
Auf diesem Weg sehen Sie weniger Höfe aus nächster Nähe und weniger große Ausblicke als oben bei Eggerstanden, dafür lehnen Sie sich zurück und lassen die sanften Hügel des Appenzellerlands an sich vorbeiziehen. In umgekehrter Richtung ist es die einfachste Anfahrt: an der Ausfahrt St. Gallen-Winkeln von der A1 ab und über Herisau und Hundwil ins Dorf.

Auch ohne Auto ist Appenzell gut zu erreichen. Die S21 der Appenzeller Bahnen fährt jede halbe Stunde von St. Gallen nach Appenzell, auch am Wochenende, und braucht rund 36 Minuten. Aus Richtung Gossau kommen Sie mit der S23 in knapp 40 Minuten. Vom Bahnhof Appenzell sind es gut 300 Meter bis zum Rathaus an der Hauptgasse.
| Ziel | Dorf Appenzell, Kanton Appenzell Innerrhoden (Schweiz) |
| Malerisch | A13, Ausfahrt Oberriet · über Eichberg, Hölzlisbergstrasse und Eggerstanden |
| Entspannt | A1, Ausfahrt St. Gallen-Winkeln · über Herisau, Hundwil und Enggenhütten |
| Höhenunterschied | malerisch: von gut 400 m im Rheintal auf fast 900 m, dann hinunter nach Appenzell · entspannt: zwischen 650 und 800 m |
| Mit Wohnmobil oder Anhänger | entspannter über Herisau |
| Parken | Parkplatz Ziel, Zielstrasse 18, Dorf Appenzell |
| Ohne Auto | S21 ab St. Gallen halbstündlich, rund 36 Minuten · S23 ab Gossau knapp 40 Minuten |
Auf zwei schönen Wegen: malerisch über die A13 bis zur Ausfahrt Oberriet und dann über Eichberg und Eggerstanden hinauf, oder entspannt über die A1 bis zur Ausfahrt St. Gallen-Winkeln und weiter über Herisau und Hundwil. Im Dorf ist der Parkplatz Ziel an der Zielstrasse der zentrale Parkplatz.
Ab Lindau sind es über die A13 und Eggerstanden rund 60 Kilometer und ohne Stau gut eine Stunde. Über die A1 und Herisau ist der Weg rund 90 Kilometer lang und dauert etwa eineinhalb Stunden.
Auf der A13 die Ausfahrt Oberriet im St. Galler Rheintal, von dort über Eichberg und Eggerstanden. Auf der A1 die Ausfahrt St. Gallen-Winkeln, von dort über Herisau und Hundwil.
Ja. Das steilste Stück ist die Hölzlisbergstrasse oberhalb von Eichberg, die in engen Kehren den Hang hinaufführt. Wer Bergstraßen nicht gewohnt ist oder mit Wohnmobil oder Anhänger unterwegs ist, fährt entspannter über die A1, Herisau und Hundwil.
Mit den Appenzeller Bahnen: Die S21 fährt halbstündlich von St. Gallen nach Appenzell und braucht rund 36 Minuten, die S23 verbindet Gossau mit Appenzell in knapp 40 Minuten. Vom Bahnhof Appenzell ist das Dorfzentrum in wenigen Minuten zu Fuß erreicht.
Die Beiträge auf dieser Seite beruhen auf Beobachtungen vor Ort und auf eigener Recherche und ordnen sie journalistisch ein. Preise, Öffnungszeiten und Gebühren geben den Stand unserer Recherche wieder und können sich jederzeit ändern — ein kurzer Blick auf die Seite des Anbieters vor dem Ausflug lohnt sich immer. Alle Angaben, etwa auch zu Leinenpflicht oder Zutritt, gelten ohne Gewähr; im Einzelfall kann die Lage anders sein. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung: Bei konkreten Fragen hilft die zuständige Stadt oder der Betreiber weiter.
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