Rapperswil am Zürichsee: Sehenswürdigkeiten der Rosenstadt, fast alle gratis

Redaktion Wohin FahrenSchweizvor 3 Wochen13 Aufrufe

Ein Hügel mit Hirschen, Wandbilder voller Stadtgeschichte, Rosengärten und der längste Holzsteg der Schweiz: Rapperswil zeigt fast alles, ohne dass Sie ein Ticket brauchen.

An einem Abend im Mai standen auf der Terrasse vor dem Schloss Rapperswil vielleicht ein Dutzend Leute und schauten hinunter. Unter ihnen lagen die Ziegeldächer der Altstadt und der Hafen mit seinen Segelbooten, dahinter der Zürichsee und die grünen Hänge am anderen Ufer. Ganz hinten, über den Hügeln, trugen die Alpengipfel noch Schnee.

Bezahlt hatte für diesen Blick niemand. Das Schloss kostet Eintritt, die Terrasse davor ist frei — und genau dieser Blick ist der, den man aus Rapperswil mit nach Hause nimmt.

So geht es in der Kleinstadt am oberen Zürichsee fast überall weiter. Die Altstadt, die Hirsche auf dem Hügel, die Rosengärten und der längste Holzsteg der Schweiz sind frei zugänglich. Zwei Stunden reichen für das Wichtigste, und Geld geben Sie höchstens für einen Kaffee aus.

Brunnen mit Säule und großer Steinschale auf einem Platz in der Altstadt von Rapperswil, rechts Häuser mit bemalter Fassade, im Hintergrund ein Turm
Altstadt von Rapperswil

Wie viel Zeit Sie für Rapperswil einplanen

Für den klassischen Rundgang reichen rund zwei Stunden mit Pausen. Vom Bahnhof sind es fünf Minuten bis zum Hauptplatz, von dort führt eine Treppe hinauf auf den Lindenhof mit Schloss, Aussicht und Hirschpark. Danach geht es durch die Gassen hinunter zum Curti-Haus mit seinen Wandbildern und am Ufer zurück.

Hängen Sie eine gute Stunde an, wenn Sie über den Holzsteg nach Hurden und zurück spazieren möchten, und noch einmal so viel, wenn Sie die Rosengärten in Ruhe ansehen wollen. Einen halben Tag brauchen Sie, wenn auch die Ausstellung im Schloss dazukommen soll; was sie zeigt und kostet, steht in unserem Artikel über das Schloss Rapperswil.

Am schönsten ist Rapperswil von Mai bis Oktober, wenn die Rosen blühen. Und weil hier fast nichts an Öffnungszeiten hängt, ist die Stadt am Sonntag genauso offen wie unter der Woche.

Blick über die Dächer von Rapperswil auf den Zürichsee und die Berge, oben Zweige eines Baumes
Blick über die Altstadt von Rapperswil

Der Lindenhof: ein Felsen mitten in der Altstadt

Der Lindenhof ist das Herz von Rapperswil: ein rund 30 Meter hoher Felsrücken aus Nagelfluh, auf drei Seiten vom Zürichsee umgeben. Oben stehen das Schloss und alte Linden, und unter ihnen bleibt es auch an heißen Tagen schattig.

Von der Terrasse vor dem Schlosstor reicht der Blick an klaren Tagen vom Säntis über den Speer bis zu den Glarner Alpen. Näher dran liegen die Altstadtdächer, der Hafen und der Seedamm, über den Straße und Bahn ans andere Ufer laufen.

Auf dem Platz vor dem Tor steht außerdem die Freiheitssäule mit ihrem Adler, ein Denkmal polnischer Emigranten von 1868. Was das Schloss selbst zeigt und kostet, steht in unserem Artikel über das Schloss Rapperswil.

Die Hirsche auf dem Lindenhof und die Sage dazu

Am Nordhang neben dem Schloss liegt ein Gehege mit Damhirschen, höchstens neun Tiere, und das seit 1871. Sie können sie jederzeit und kostenlos vom Zaun aus beobachten. Füttern dürfen Sie sie nicht.

Das Gehege erinnert an die Gründungssage der Stadt. Ein Graf von Rapperswil war mit seiner Frau auf der Jagd, als seine Hunde in einer Höhle am Felsen eine Hirschkuh aufspürten, neben ihr zwei Kälbchen. Die Gräfin hatte Mitleid, und die Hirschkuh legte ihr den Kopf in den Schoß. Da beschloss der Graf, auf diesem Felsen eine neue Burg zu bauen und am Südhang darunter eine kleine Stadt zu gründen.

Betreut wird der Hirschpark von der Tourist-Information, bezahlt von Gönnerinnen und Gönnern. 2021 hat er seinen 150. Geburtstag gefeiert.

Große goldfarbene Taschenuhr an einem schmiedeeisernen Ausleger als Ladenschild an einer hellen Hausfassade in der Altstadt von Rapperswil, daneben ein Haus mit roten Fensterläden
Fischmarktstrasse, Rapperswil

In der Altstadt: eine Taschenuhr und ein verschwundener Hafen

Unten in den Gassen lohnt der Blick nach oben. In der Fischmarktstrasse hängt an einem schmiedeeisernen Ausleger eine große goldfarbene Taschenuhr, das Ladenschild eines Uhrengeschäfts. Ein schöneres Firmenschild werden Sie am Zürichsee kaum finden.

Ein paar Schritte weiter, unten am See, liegt der Fischmarktplatz — genau dort, wo bis 1840 der innere Hafen der Stadt war. Heute legen hier die Kursschiffe an, und unter dem Platz steckt eine Tiefgarage.

Wandbild am Curti-Haus in Rapperswil: Ritter und Soldaten unter einem großen Baum, darunter eine Kartusche mit der Inschrift „Die Stadt Rapperswil schwoert zur Eidgenossenschaft M·CCCC·LVIII“
Rechtes Wandbild am Curti-Haus in Rapperswil: der Schwur von 1458

Das Curti-Haus: ein Schwur von 1458 an der Fassade

Am Westrand der Altstadt, nahe beim Kapuzinerkloster, erzählt das Curti-Haus die Stadtgeschichte auf seiner Fassade. 1894 bekam sie Mosaiken und zwei große Wandbilder des Malers Gustav Adolf Closs, und unter jedem steht in einer Kartusche, was zu sehen ist:

  • Links brennt die Stadt: „Rudolph Brun Buergermeister v Zuerich verjagt die Einwohner v Rapperswil Weihnachten M·CCC·L“. Das ist der Winter 1350, in dem Zürich Stadt und Burg zerstörte.
  • Rechts stehen Ritter und Soldaten unter einem großen Baum: „Die Stadt Rapperswil schwoert zur Eidgenossenschaft M·CCCC·LVIII“, also 1458.

Ganz so feierlich lief es in Wirklichkeit nicht ab. 1458 zogen eidgenössische Truppen in die habsburgische Stadt ein, erst sechs Jahre später schloss Rapperswil ein Schutzbündnis mit ihnen. Das Bild macht daraus einen Schwur, und genau so ist er im Gedächtnis der Stadt geblieben.

Rosengärten und Holzsteg: zwei Gründe, länger zu bleiben

Rapperswil heißt Rosenstadt, weil zwei Rosen im Stadtwappen stehen, und rund 24 000 davon blühen von Mai bis Oktober in vier Gärten. Den schönsten Blick auf die Beete haben Sie von oben, vom Schlossberg. Welcher Garten welche Geschichte hat, steht in unserem Artikel über die Rosengärten in Rapperswil — einer davon wird in Äpfeln bezahlt.

Vom Ufer neben dem Seedamm führt außerdem der längste Holzsteg der Schweiz 841 Meter weit über den Obersee nach Hurden. Er ist offen und kostet nichts. Wie lange Sie gehen, was es mit dem Heilig Hüsli auf sich hat und warum hier schon vor 5000 Jahren Menschen über den See gingen, erzählen wir in unserem Artikel über den Holzsteg Rapperswil–Hurden.

Mit Kindern in Rapperswil

Für Kinder ist Rapperswil ein dankbares Ziel, auch ganz ohne Ticket:

  • Hirschpark: Damhirsche am Zaun, und die Sage von der Hirschkuh erzählt sich auf dem Weg nach oben fast von selbst.
  • Duftrosengarten: Augen zu, Nase an die Blüte — welche Rose riecht nach was? Die Schilder verraten es, sogar in Blindenschrift.
  • Holzsteg: 841 Meter knapp über dem Wasser, mit Booten und Bergen ringsum.
  • Lindenhof: Platz zum Laufen und Schatten unter den Linden.

Wer doch ein Ticket lösen mag, hat zwei Möglichkeiten: Für die Ausstellung im Schloss gibt es Familientickets, und beim Bahnhof liegt Knies Kinderzoo, der Eintritt kostet. Der Circus Knie hat sein Winterquartier übrigens seit 1919 in Rapperswil.

Mit dem Kinderwagen sind die gepflasterte Altstadt und der ebene Holzsteg gut zu schaffen. Auf den Lindenhof führt vom Hauptplatz eine Treppe.

Gepflasterte Gasse in der Altstadt von Rapperswil, links ein Haus mit großer bemalter Sonnenuhr, im Hintergrund ein Kirchturm
Altstadt von Rapperswil

Mit Hund durch Rapperswil

In der Altstadt von Rapperswil, am Seequai und auf der Bühler-Allee über den Lindenhof gilt laut städtischem Polizeireglement Leinenpflicht.

Unter den Pfoten wechselt der Untergrund: In der Altstadt laufen Sie auf Pflaster, auf den Lindenhof führt eine Steintreppe, und vor dem Schloss liegt Kies. Im Hochsommer heizt sich das Pflaster auf, Schatten finden Sie unter den Linden auf dem Hügel.

Ins Schloss und in seinen Innenhof dürfen Hunde nicht. Der Rundgang draußen funktioniert mit Hund dafür umso besser.

Praktisches

Wo Rapperswil, Stadt Rapperswil-Jona, Kanton St. Gallen, am oberen Zürichsee
Eintritt frei: Altstadt, Lindenhof, Hirschpark, Curti-Haus von außen, Rosengärten, Holzsteg · Eintritt kostet die Ausstellung im Schloss
Am Sonntag alles zugänglich
Zeit rund zwei Stunden mit Pausen · mit Holzsteg oder Rosengärten je eine gute Stunde mehr
Rosenblüte Mai bis Oktober, am üppigsten im Juni
Mit Kinderwagen Altstadt gepflastert, Holzsteg eben · auf den Lindenhof führt vom Hauptplatz eine Treppe
Mit Hund Leinenpflicht in der Altstadt, am Seequai und auf der Bühler-Allee · nicht ins Schloss und nicht in den Innenhof
Ohne Auto S-Bahn ab Zürich HB: S5 und S15 rund 37 Minuten, S7 rund 41 Minuten · vom Bahnhof zum Hauptplatz rund 5 Minuten zu Fuß · Schiff ab Bürkliplatz gut zwei Stunden, im Herbst und Winter seltener
Parken Parkhaus See am Fischmarktplatz (112 Plätze) und Parkhaus Schanz (78 Plätze), Einfahrtshöhe jeweils 2,05 m

Häufige Fragen zu Rapperswil am Zürichsee

Welche Sehenswürdigkeiten in Rapperswil sind kostenlos?

Kostenlos sind die Altstadt mit den Wandbildern am Curti-Haus, der Lindenhof mit der Aussichtsterrasse vor dem Schloss, der Hirschpark, die vier Rosengärten und der Holzsteg nach Hurden. Eintritt kostet vor allem die Ausstellung im Schloss; dessen Innenhof ist während der Öffnungszeiten aber ebenfalls frei zugänglich.

Wie viel Zeit braucht man für Rapperswil?

Für einen Rundgang durch die Altstadt mit Lindenhof, Schloss von außen und Hirschpark reichen rund zwei Stunden mit Pausen. Wer zusätzlich über den Holzsteg nach Hurden geht oder die Rosengärten in Ruhe ansehen will, rechnet je eine gute Stunde mehr. Mit der Ausstellung im Schloss wird daraus ein halber Tag.

Kann man den Hirschpark in Rapperswil kostenlos besuchen?

Ja. Das Gehege mit höchstens neun Damhirschen liegt auf dem Lindenhof direkt neben dem Schloss und ist jederzeit vom Zaun aus zu sehen, ohne Eintritt. Es besteht seit 1871 und erinnert an die Gründungssage der Stadt. Füttern darf man die Tiere nicht.

Wie kommt man ohne Auto von Zürich nach Rapperswil?

Mit der S-Bahn ab Zürich HB: Die S5 und die S15 brauchen rund 37 Minuten, die S7 am rechten Seeufer entlang rund 41 Minuten. Langsamer, aber schöner ist das Schiff ab dem Bürkliplatz mit gut zwei Stunden Fahrzeit; im Herbst und Winter fahren weniger Schiffe. Vom Bahnhof Rapperswil sind es rund fünf Minuten zu Fuß zum Hauptplatz.

Was kann man in Rapperswil mit Kindern unternehmen?

Gratis sind der Hirschpark mit seinen Damhirschen auf dem Lindenhof, der Duftrosengarten, in dem jede Sorte anders riecht, und der Holzsteg über den See nach Hurden. Eintritt kosten die Ausstellung im Schloss, für die es Familientickets gibt, und Knies Kinderzoo beim Bahnhof.

Darf man mit Hund durch die Altstadt von Rapperswil?

Ja, an der Leine: In der Altstadt, am Seequai und auf der Bühler-Allee über den Lindenhof schreibt das städtische Polizeireglement die Leine vor. Ins Schloss und in seinen Innenhof dürfen Hunde nicht, den Lindenhof und den Hirschpark von außen erleben Sie mit Hund aber problemlos.

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Rechtlicher Hinweis

Die Beiträge auf dieser Seite beruhen auf Beobachtungen vor Ort und auf eigener Recherche und ordnen sie journalistisch ein. Angaben — etwa zu Öffnungszeiten, Gebühren, Leinenpflicht oder Zutritt — können sich ändern und gelten ohne Gewähr; im Einzelfall kann die Lage anders sein. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung: Bei konkreten Fragen hilft die zuständige Stadt oder der Betreiber weiter.

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