Schwörmontag und Nabada: der Feiertag, der Ulm und Neu-Ulm an der Donau vereint

Redaktion Wohin FahrenUlm, Neu-Ulmvor 3 Wochen9 Aufrufe

Vormittags ein Eid vom Balkon, nachmittags ein Karneval auf dem Wasser: was am Schwörmontag in Ulm passiert, warum Neu-Ulm mitfeiert und wo Sie das Nabada am besten sehen.

Am vorletzten Montag im Juli begeht Ulm einen Feiertag, den kein Gesetz kennt. Schon am späten Vormittag lässt die Stadt die Arbeit liegen. Drüben in Neu-Ulm, am bayerischen Ufer der Donau, ist offiziell ein ganz normaler Arbeitstag, und trotzdem leeren sich auch dort zur Mittagszeit die Büros.

Der schönste Grund dafür treibt am Nachmittag die Donau hinunter. Um 16 Uhr beginnt das Nabada: Tausende Menschen in Schlauchbooten, auf selbst gebauten Flößen und riesigen Gummienten, dazwischen die großen Themenboote, auf denen die Stadt über sich selbst lacht.

Zugeschaut wird von beiden Ufern. Zehntausende sitzen auf der Ulmer Stadtmauer und stehen am Neu-Ulmer Jahnufer, zwischen sich nur den Fluss und eine Landesgrenze. An keinem anderen Tag im Jahr feiern die beiden Städte so ausgelassen miteinander.

Lohnt sich der Schwörmontag auch für Besucher von außerhalb?

Unbedingt, wenn Sie Volksfeste mögen, die eine Stadt zuallererst für sich selbst feiert. Zuschauen und Mitfahren sind kostenlos, ein Ticket brauchen Sie nicht. Am schönsten ist es an einem sonnigen Montag: Dann ist die ganze Uferpromenade ein einziges Fest, auf den Booten wird gesungen, gespritzt und gewinkt, und bis in die Nacht wird auf beiden Seiten der Donau weitergefeiert.

Wer verstehen will, woher das Fest kommt, steht schon um 11 Uhr auf dem Weinhof, wenn der Oberbürgermeister vom Balkon des Schwörhauses seine Rede hält und zum Schluss den Eid ablegt. Wer vor allem das Spektakel sucht, plant den Nachmittag ein: Das Nabada beginnt um 16 Uhr und dauert bis etwa 18 Uhr.

Einen Vorbehalt gibt es: Am Ufer wird es eng. Meistens sind die besten Plätze schon um Viertel nach drei vergeben, und am Ulmer Ufer regelt am Nachmittag ein Einbahnsystem den Fußverkehr. Wer kleine Kinder, einen Kinderwagen oder einen Hund dabeihat, sucht sich früh einen Platz mit etwas Luft.

Ein Feiertag, der in keinem Gesetz steht

Ein gesetzlicher Feiertag ist der Schwörmontag weder in Baden-Württemberg, wo Ulm liegt, noch in Bayern, zu dem Neu-Ulm gehört. Für Ulm ist er trotzdem ein Feiertag, und zwar der größte: Die Stadt selbst spricht vom Stadtfeiertag, die Nachbarstadt Neu-Ulm sogar vom höchsten Feiertag in Ulm. Die Tradition reicht weit zurück: Schon ab 1507 blieben am Schwörtag in Ulm Läden und Werkstätten geschlossen.

Heute beginnt der Tag in Ulm als gewöhnlicher Werktag, doch die Arbeit endet früh. An vielen Schulen ist gegen zehn Uhr Unterrichtsschluss, die Ämter der Stadtverwaltung schließen um halb elf, und ab Mittag haben viele Geschäfte, Büros und Bankfilialen zu.

In Neu-Ulm ist der Schwörmontag ein regulärer Arbeitstag. Doch auch dort schließen Rathaus, Bürgerbüro und die städtischen Kitas um 12 Uhr, und in vielen Betrieben ist nach der Mittagspause Schluss. Am Nachmittag zieht es ohnehin viele an die Donau.

Am Vormittag: der Eid vom Balkon des Schwörhauses

Seinen Namen hat der Tag von einem Schwur. Um 11 Uhr tritt der Ulmer Oberbürgermeister auf den Balkon des Schwörhauses am Weinhof und hält die Schwörrede: rund eine Stunde Rechenschaft über das vergangene Jahr, mit einem Ausblick auf das kommende. Danach legt er den Eid ab, den Ulm schon im 14. Jahrhundert kannte und 1949 nach fast 150 Jahren Pause wiederbelebt hat:

Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein
in den gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen
ohne allen Vorbehalt.

Schwurformel des Ulmer Oberbürgermeisters

So steht die Formel im Redetext des Oberbürgermeisters; das Stadtarchiv und die Stadt Neu-Ulm zitieren sie auch mit „in allen gleichen…“. „Gemein“ heißt hier nicht gemein im heutigen Sinn, sondern unparteiisch, für alle gleichermaßen da.

Die Formel stammt aus der Zeit, in der sich die Zünfte gegen die Patrizier ihren Platz im Rat erkämpften. Schon der Kleine Schwörbrief von 1345 sicherte ihnen dort die Mehrheit; der Große Schwörbrief vom 26. März 1397 baute sie aus und blieb gut 150 Jahre lang die Verfassung der Reichsstadt.

Ganz feierlich ging es dabei nicht immer zu. 1707 verlegte der Rat den Schwur um zwei Stunden nach vorn auf 10 Uhr, weil bis zum Mittag zu viele Bürger zu betrunken waren, um noch „schwörfähig“ zu sein.

Das Schwörhaus ist nach Angaben des Stadtarchivs das einzige Gebäude der Welt, das eigens für einen Schwur gebaut wurde. Im Erdgeschoss zeigt die stadtgeschichtliche Ausstellung eine Kopie des Großen Schwörbriefs, das Original liegt im Stadtarchiv. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei: ein guter Grund, auch an einem gewöhnlichen Tag am Weinhof vorbeizuschauen.

Bei schlechtem Wetter zieht die Feier ins Münster um. Wer nicht dabei sein kann, verfolgt die Rede in der Live-Übertragung der Stadt. Seit 2021 stehen die Schwörtage von Ulm, Reutlingen und Esslingen im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

Schlauchboote, riesige aufblasbare Gummienten und ein selbst gebautes Floß mit Zeltdach treiben beim Nabada auf der Donau, dazwischen Teilnehmer in Neoprenanzügen
Donau am Jahnufer, Neu-Ulm

Am Nachmittag: ein Karneval auf dem Wasser

Pünktlich um 16 Uhr gibt der Organisationsleiter an der Adenauerbrücke den Startschuss. Von dort treibt das Nabada an der Ulmer Stadtmauer entlang bis zur Friedrichsau. Der Name kommt aus dem Schwäbischen: „Na“ heißt hinab, Nabada also Hinab-Baden.

Die großen Hingucker sind die Themenboote. Jedes steht auf zwei Holzkähnen, den Zillen; die Aufbauten zimmern Vereine, Firmen und Freundeskreise jedes Jahr selbst, jedes Boot unter einem eigenen Motto. Wie die Wagen beim Karneval nehmen sie Stadt- und Weltpolitik aufs Korn. 2026 waren es 14. Das schönste wählt hinterher das Publikum, 2026 erstmals zur Hälfte gemeinsam mit einer Jury.

Gewonnen hat 2026 die Gruppe „Jugend aktiv in Ulm“ mit dem Motto „ÖPNV nicht verwässern!“. Im Gemeinderat war von Kürzungen bei Bussen und Straßenbahnen die Rede, also zogen die Jugendlichen die Stadtbusse symbolisch wieder aus der Donau.

Platz zwei holte ein Boot von Mitarbeitern der Ulmer Justizvollzugsanstalt. Darauf sollte ein mechanischer Ulmer Spatz an die Spitze der Sagrada Família fliegen und sich das Kreuz schnappen, damit das Ulmer Münster wieder den höchsten Kirchturm der Welt hat. Die Kirche in Barcelona hatte ihm diesen Titel gerade abgenommen.

Der Preis für das Siegerboot ist ein Wanderpokal in Form eines Eimers, der Kübeles-Pokal. Er erinnert an die Anfänge: Im 18. Jahrhundert schwammen Studenten und junge Schiffleute bei schönem Wetter die Donau hinunter, die Kleider im Zuber nebenher. Ausgestiegen wurde zuerst am Steinhäule, später in der Friedrichsau, wo es Bier gab. Dort endet das Nabada bis heute.

Zwischen den Themenbooten treiben die freien, die „wilden“ Nabader. Seit 1969 darf mitmachen, wer etwas Schwimmfähiges hat, und inzwischen sind es Jahr für Jahr bis zu 10.000. Sie paddeln in Schlauchbooten, liegen auf Luftmatratzen und aufblasbaren Flamingos, spritzen sich gegenseitig nass und rufen sich „Ulmer Spatza, Wasserratza, hoi, hoi, hoi“ zu.

Mittendrin spielen Musikvereine auf Zillen, und auf den schwarz-weiß gestrichenen Ulmer Schachteln fahren die Ehrengäste mit. Mit genau solchen Booten schickte die Handelsstadt Ulm früher ihre Waren donauabwärts.

Ein Fest, zwei Bundesländer

Mitten durch die Donau verläuft die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern, und das Nabada treibt genau auf ihr. Wo Sie diese Grenze auf der Herdbrücke sogar mit der Hand berühren können, lesen Sie in unserem Artikel über Ulm, Neu-Ulm und die Landesgrenze.

Wie genau man es mit dieser Linie nimmt, zeigt eine Allgemeinverfügung aus dem Corona-Jahr 2021, als das Nabada ausfallen musste: Die Stadt Ulm hielt darin fest, dass sie nur bis zur Donaumitte zuständig ist, und stimmte sich für die andere Hälfte mit dem Landratsamt Neu-Ulm ab. Auch die Rettungsdienste planen für zwei Bundesländer. 2026 standen zwölf Erste-Hilfe-Stationen am baden-württembergischen und zehn am bayerischen Ufer.

Gefeiert wird ohnehin auf beiden Seiten. Die Themenboote werden am frühen Morgen am Neu-Ulmer Jahnufer aufgebaut, und am Abend gab es 2026 auf beiden Donauseiten knapp 50 Feiern. Neu-Ulm schreibt auf seiner Website, die Stadt sei in die Feierlichkeiten der Schwörwoche „traditionell eingebunden“.

So verbindet dieser Nachmittag die Doppelstadt wie kein anderer: Der Fluss, der Ulm und Neu-Ulm sonst trennt, gehört dann beiden.

Zuschauer sitzen beim Nabada auf der Ulmer Stadtmauer und den Stufen am Donauufer, auf dem Wasser Schlauchboote und aufblasbare rosa Flamingos, im Vordergrund Zuschauer am Neu-Ulmer Ufer
Blick vom Jahnufer in Neu-Ulm auf die Ulmer Stadtmauer

Wo Sie das Nabada am besten sehen

Zuschauen können Sie von beiden Ufern aus. Ganz trocken bleibt dabei kaum jemand: Wasser in die Zuschauer zu spritzen ist zwar verboten, ein paar Tropfen kommen trotzdem an. Die beliebtesten Plätze:

  • Ulmer Stadtmauer und Donauschwabenufer. Der Klassiker: Die Menschen sitzen in mehreren Reihen auf der Mauer und auf den Stufen am Wasser, dahinter liegt das Fischerviertel. Von etwa 15.30 bis 18 Uhr gilt hier ein Einbahnsystem: hinein über den Saumarkt oder den Rosengarten, hinaus über das Fischerplätzle oder durch den Metzgerturm.
  • Neu-Ulmer Jahnufer und Insel. Von hier sehen Sie die Boote vor der Kulisse der Ulmer Stadtmauer. Wer früh kommt, schaut am Jahnufer beim Aufbau der Themenboote zu.
  • Herdbrücke. Mitten über dem Fluss, mit Blick in beide Richtungen. Für Autos ist die Brücke während des Nabada gesperrt.
  • Adlerbastei. Hier liegt auf der Ulmer Seite der barrierefreie Zuschauerbereich.
  • Friedrichsau. Am Ziel kommen die Boote an, und hier wird bis in die Nacht weitergefeiert.

Am Donauschwabenufer lag übrigens der Hafen, von dem aus im 18. Jahrhundert Auswanderer donauabwärts nach Südosteuropa aufbrachen. Mehr dazu steht in unserem Artikel über das Donauschwaben-Denkmal. Und wer die Uferpromenade an einem ruhigen Abend erleben möchte, findet die Route in unserem Artikel über den Abendspaziergang durch Ulm und Neu-Ulm.

Für Essen und Trinken ist gesorgt: Auf dem Schwal in Neu-Ulm gibt es beim Schwörwochenfest Essens- und Getränkestände, am Schwörmontag ab 12 Uhr. Im Fischerviertel schenken die Wirte aus, und in der Friedrichsau verband 2026 ein Weg mit Imbissständen die Biergärten, für Familien die ruhigere Ecke des Fests. Wasser und Sonnenschutz sollten Sie trotzdem selbst dabeihaben, dazu raten auch die Rettungsdienste.

Und verabreden Sie vorher einen Treffpunkt: Am Schwörmontag ist das Handynetz nach Angaben der Polizei für gewöhnlich überlastet.

Selbst mitfahren: was freie Nabader wissen sollten

Mitfahren darf jeder, der etwas Schwimmfähiges hat, ohne Anmeldung und ohne Genehmigung. Es gelten die Regeln der Stadt Ulm:

  • jedes Boot für sich und ohne Motor
  • Kinder mit Schwimmhilfe und in Begleitung Erwachsener
  • gespritzt wird auf dem Wasser, nicht in die Zuschauer, und Wasserbomben bleiben zu Hause
  • ins Wasser geht es vom Ufer aus, nicht von den Brücken
  • Werbung und Lautsprecher bleiben daheim, auf dem Wasser wie am Ufer
  • was mit aufs Wasser geht, kommt danach auch wieder mit

Beim Alkohol setzt die Stadt auf eine Bitte statt auf ein Verbot: erst nach dem Nabada feiern. Die Rettungsdienste erklären auch, warum die Boote einzeln bleiben sollen: So kann jedes von ihnen Gefahrenstellen ausweichen. Sie raten außerdem, genug Paddel mitzunehmen und das Paddeln in der Strömung gleich nach dem Einstieg kurz zu üben.

Aufpumpen können Sie an den Pumpstationen an der Illerbrücke bei Wiblingen und am Neu-Ulmer Donaubad, dort setzen auch viele ein. Dann sammeln sich alle an der Adenauerbrücke und warten auf den Startschuss. Die ganze Strecke misst nach Angaben des Organisators sieben Kilometer; ausgestiegen wird unter anderem an der SSV-Bucht und am Landratsamt Neu-Ulm.

Die Donau kann auch im Hochsommer recht kühl sein, 2026 hatte sie um die 20 Grad. Die Stadt empfiehlt einen Neoprenanzug, die Rettungsdienste Schwimmwesten für Kinder sowie Handtuch und Wechselkleidung für danach. Wer keine wasserdichte Tasche hat, packt beides nach ihrem Tipp in einen stabilen, zugeknoteten Müllsack. Wertsachen bleiben besser im Schließfach am Ulmer Hauptbahnhof.

Rund 250 Wasserretter von DLRG und Wasserwacht waren 2026 mit 25 Booten auf dem Fluss. Wer Hilfe braucht, wendet sich an die nächste Erste-Hilfe-Station oder wählt die 112: Die Nummern an den Laternenmasten entlang des Ufers dienen dabei auf beiden Seiten als Ortsangabe. Die Wasserqualität der Donau wird nicht überwacht, mitgefahren wird auf eigene Gefahr. Das Gesundheitsamt rät, kein Flusswasser zu schlucken und sich hinterher gründlich abzuduschen.

Abgesagt wird das Nabada nur bei Hochwasser oder Gewitter, nicht bei Regen; wegen des Wetters fiel es zuletzt 2008 aus. Das Signal sind rote Körbe am Münsterturm. Hängen sie schon am Vormittag, zieht zunächst nur die Schwörfeier ins Münster um, und das Nabada kann trotzdem stattfinden, so wie 2025.

Schon am Wochenende davor: Lichter, Konzerte und Feste auf beiden Ufern

Der Montag ist der Höhepunkt, gefeiert wird aber schon vorher, in Ulm wie in Neu-Ulm:

  • Lichterserenade am Samstag. Gegen 22 Uhr setzt die Gesellschaft der Donaufreunde am Fischerplätzle 12.000 Kerzen aufs Wasser, die Richtung Friedrichsau treiben. Zwischendurch steigt mehrmals ein Feuerwerk vom Wasser auf. Die Lichterserenade gibt es seit 1967.
  • Rock am Petrus am Samstag. Auf dem Petrusplatz in Neu-Ulm, veranstaltet von den Fördervereinen der Neu-Ulmer Feuerwehr und des THW.
  • Schwörwochenfest auf dem Schwal. Vier Tage Livemusik auf der Neu-Ulmer Insel, von Freitag bis Schwörmontag.
  • Konzert auf dem Münsterplatz am Sonntag. Seit 1999 ein großes Konzert unter freiem Himmel, 2026 mit Roland Kaiser.

Alle zwei Jahre kommt eine weitere Tradition dazu, abwechselnd das Fischerstechen und der Bindertanz, jede von beiden also alle vier Jahre. 2027 sind voraussichtlich die Binder an der Reihe: Die Küfer tanzen ihren Reiftanz an den beiden Sonntagen davor in der Stadt und am Schwörmontag während der Feier auf dem Weinhof. Das nächste Fischerstechen ist für 2029 vorgesehen.

Auch beim Fischerstechen sind beide Ufer dabei: Die Boote der Stecher stoßen von beiden Seiten der Donau ab. 2025 gewann ausgerechnet der „König von Bayern“, und die Stadt Ulm schrieb hinterher anerkennend vom „Herrscher von der anderen Seite der Donau“.

Praktisches

Wann jedes Jahr am vorletzten Montag im Juli · nächster Termin: Montag, 19. Juli 2027
Schwörrede 11 Uhr, Weinhof in Ulm, rund eine Stunde · bei schlechtem Wetter im Münster
Nabada Start 16 Uhr an der Adenauerbrücke, bis etwa 18 Uhr · Ziel Friedrichsau
Eintritt frei, ohne Ticket · auch das Mitfahren kostet nichts
Zuschauen an beiden Ufern · barrierefreier Bereich an der Adlerbastei
Toiletten an mehreren Stellen am Ufer, unter anderem an der Adlerbastei · alle Standorte auf der Nabada-Karte der Stadt Ulm
Mitfahren ohne Anmeldung · ohne Motor · Kinder nur mit Schwimmhilfe und in Begleitung Erwachsener
Bei Regen findet statt · abgesagt nur bei Hochwasser oder Gewitter, Signal: rote Körbe am Münsterturm
Ohne Auto Straßenbahnlinie 1 ab etwa 14 Uhr alle fünf Minuten (Stand 2026) · zu Fuß gut einen Kilometer vom Ulmer Hauptbahnhof an die Stadtmauer und vom Bahnhof Neu-Ulm ans Jahnufer
Parken Die Verantwortlichen bitten alle Besucher, mit Bus und Bahn anzureisen · in Neu-Ulm: unser Artikel
Mit Kinderwagen ebene Uferwege · am Nachmittag dichtes Gedränge
Mit Hund in Ulm an der Leine · am Ufer stehen die Menschen dicht an dicht, für die meisten Hunde ist ein ruhigerer Tag an der Donau angenehmer

Die nächsten Termine, nach der Regel „vorletzter Montag im Juli“:

Jahr Lichterserenade Schwörmontag und Nabada
2027 Samstag, 17. Juli Montag, 19. Juli
2028 Samstag, 22. Juli Montag, 24. Juli
2029 Samstag, 21. Juli Montag, 23. Juli

Häufige Fragen zum Schwörmontag und zum Nabada in Ulm

Wann ist der Schwörmontag in Ulm 2027?

Am Montag, 19. Juli 2027. Der Schwörmontag ist immer der vorletzte Montag im Juli, so ist es seit 1961 geregelt. Die Schwörrede beginnt um 11 Uhr auf dem Weinhof, das Nabada um 16 Uhr; die Lichterserenade findet am Samstag davor statt, 2027 also am 17. Juli.

Ist der Schwörmontag in Ulm ein gesetzlicher Feiertag?

Nein, weder in Baden-Württemberg noch in Bayern. In Ulm gilt er als Stadtfeiertag: An vielen Schulen endet der Unterricht gegen 10 Uhr, die Ämter der Stadtverwaltung schließen um 10.30 Uhr. In Neu-Ulm ist es ein regulärer Arbeitstag, die Stadtverwaltung schließt dort um 12 Uhr. Weil der Tag kein offizieller Feiertag ist, gilt die Mitnahmeregelung der DING-Jahreskarten nicht.

Haben die Geschäfte in Ulm am Schwörmontag geöffnet?

Am Vormittag ja. Ab Mittag oder am frühen Nachmittag schließen in Ulm viele Geschäfte, Büros und Bankfilialen. In Neu-Ulm schließen am Mittag die Stadtverwaltung und manche Bankfilialen, nachmittags haben auch viele Büros zu.

Um wie viel Uhr beginnt das Nabada in Ulm?

Um 16 Uhr gibt der Organisationsleiter an der Adenauerbrücke den Startschuss. Dann treiben Themenboote und freie Nabader an der Ulmer Stadtmauer vorbei bis zur Friedrichsau. Offiziell dauert das Nabada bis etwa 18 Uhr; bei niedrigem Wasserstand fließt die Donau langsamer, und es kann länger werden.

Was bedeutet Nabada?

Nabada ist Schwäbisch für Hinab-Baden, „na“ steht für hinab. Gemeint ist der Wasserumzug am Nachmittag des Schwörmontags, bei dem Themenboote und Tausende Menschen in Schlauchbooten die Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm hinuntertreiben. Seine Vorläufer reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, offiziell gibt es das Nabada seit 1927.

Kann man beim Nabada in Ulm ohne Anmeldung mitmachen?

Ja. Freie Nabader brauchen weder Anmeldung noch Genehmigung, müssen sich aber an die Regeln der Stadt halten: keine Motoren, keine großen zusammengebundenen Bootsverbände, Kinder nur mit Schwimmhilfe und in Begleitung Erwachsener, kein Spritzen in die Zuschauer und keine Sprünge von den Brücken. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.

Warum ich das Nabada liebe

Ich liebe das Nabada, weil Ulm und Neu-Ulm an diesem Tag buchstäblich zusammenfließen. Das Platschen und das Lachen vom Fluss hört man noch etliche Straßenzüge weit, tief in der Stadt.

Und falls Sie schon einmal im Juli in Ulm oder Neu-Ulm zu Gast waren und Ihnen nasse, aber überglückliche Menschen begegnet sind, die ein Schlauchboot über dem Kopf mitten durch die Stadt trugen, oft noch in Badesachen: Dann wissen Sie jetzt, es war Nabada.

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