
Diese Abendrunde führt vom Memminger Tor in Neu-Ulm über die Donau in die Ulmer Altstadt: an der Stadtmauer entlang, am schiefen Metzgerturm vorbei bis zum Münster und über die Herdbrücke zurück.
Am frühen Abend liegt die Ulmer Altstadt im goldenen Licht über der Donau. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang leuchtet die angestrahlte Spitze des Münsters über den Dächern, und der Metzgerturm daneben ist nur noch ein Schattenriss vor dem letzten Blau.
Dazwischen liegen gut drei Kilometer zu Fuß, zwei Donaubrücken und eine Landesgrenze, die Sie gleich zweimal überqueren: Neu-Ulm gehört zu Bayern, Ulm zu Baden-Württemberg.
Das Besondere ist die Tageszeit. Sie gehen los, wenn die Läden zumachen — und haben die Altstadt dann fast für sich.
Inhalt
Damit Sie unterwegs immer wissen, wo Sie sind, hier der ganze Weg in einer Reihe:
Bis zur Herdbrücke sind es gut zwei Kilometer, als Runde zurück zum Memminger Tor gut drei. Mit Stehenbleiben, Schauen und einem Kaffee am Marktplatz sollten Sie rund zwei Stunden einplanen.
Die Faustregel: etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang am Memminger Tor starten. Dann stehen Sie auf dem Steg über der Donau, solange die Altstadt im warmen Licht liegt, und kommen mit ein paar Pausen unterwegs zum Münster, wenn der Himmel tiefblau wird und die Beleuchtung angeht.
Wann die Sonne in Ulm untergeht, zeigt diese Übersicht mit ungefähren Zeiten:
| Zeitraum | Sonnenuntergang in Ulm |
|---|---|
| Anfang April | gegen 19.50 Uhr |
| Anfang Mai | gegen 20.35 Uhr |
| Juni und Anfang Juli | gegen 21.25 Uhr |
| Mitte August | gegen 20.35 Uhr |
| Anfang September | gegen 20.00 Uhr |
| Mitte September | gegen 19.35 Uhr |
| Anfang Oktober | gegen 19.00 Uhr |
In beiden Städten schließen die meisten Geschäfte in der Regel um 20 Uhr. Danach werden die Einkaufsstraßen still, nur die Schaufenster leuchten weiter.
Münster, Rathaus und Museen erleben Sie am Abend von außen, für einen Besuch drinnen kommen Sie tagsüber wieder. Die Cafés am Marktplatz haben abends noch geöffnet.

Die Runde beginnt am Memminger Tor in der Bootshausstraße. Es ist das einzige erhaltene Tor der Neu-Ulmer Festungsmauern, gebaut in den 1840er-Jahren als Teil der Bundesfestung: eine lange Backsteinfront unter einem bewachsenen Wall, in der Mitte die gewölbte Durchfahrt. Wer mit dem Auto kommt, findet in unserem Artikel über das Parken in Neu-Ulm die Tiefgaragen, die auch abends geöffnet sind.
Rund 400 Meter vom Tor entfernt liegt der Kollmannspark. Wer etwas früher da ist, macht dort einen Abstecher: Im Park steht der Neu-Ulmer Wasserturm auf einem alten Pulvermagazin, und auch der Park selbst hält ein paar Überraschungen bereit.
Das Tor und die Brücke dahinter sind seit Oktober 2025 gesperrt. Zur Donau geht es ohnehin außen herum: Über die Dammstraße sind es gut hundert Meter bis ans Jahnufer.

Am Jahnufer sehen Sie die Eisenbahnbrücke vor sich. An ihrer flussabwärts gelegenen Seite hängt seit 2007 ein Steg für Fußgänger und Radfahrer, der Dr.-Ted-Fritsche-Weg. Benannt ist er nach einem Bürgermeister von New Ulm in Minnesota, der Ulm und Neu-Ulm nach 1945 unterstützte.
Etwa in der Mitte weitet sich der Steg zu einer kleinen Bucht. Dort ist Platz zum Stehenbleiben, Radfahrer und Fußgänger ziehen an Ihnen vorbei, und vor Ihnen liegen beide Ufer: links Ulm, rechts Neu-Ulm.
Die Ulmer Altstadt reiht sich von hier am Wasser auf: unten die Stadtmauer aus Backstein, darüber die Giebel des Fischerviertels, über allem das Münster und ganz rechts der Metzgerturm. Kurz vor Sonnenuntergang leuchtet das alles warm — einer der schönsten Blicke der ganzen Runde.
Von der Bucht aus sehen Sie am Ulmer Ufer auch etwas, das wie ein kleiner Wasserfall aussieht: Unter dem Uferweg fließt ein Bach über eine niedrige Stufe in die Donau. Das ist der Kobelgraben, ein Seitenarm der Blau, die im Blautopf in Blaubeuren entspringt.
Am anderen Ende des Stegs sind Sie bereits in Baden-Württemberg. Die Landesgrenze haben Sie unterwegs unsichtbar überquert, sie verläuft in der Mitte der Donau.

Vom Steg führt der Weg hinunter ans Ulmer Ufer und dort flussabwärts, immer am Fuß der alten Stadtmauer entlang. Ihr erster Abschnitt heißt Donauschwabenufer: Von hier fuhren im 18. Jahrhundert Auswanderer die Donau hinunter, und an der Mauer hängen heute Dutzende Bronzetafeln mit den Namen ihrer Dörfer. Die ganze Geschichte erzählt unser Artikel über das Donauschwaben-Denkmal.
Die Mauer selbst haben die Ulmer um 1480 direkt in die Strömung der Donau gebaut. Die eisernen Ringe im Backstein dienten zum Festmachen von Booten, und die Wiese zwischen Mauer und Wasser hat der Fluss erst später angeschwemmt.
Links hinter der Mauer beginnt das bekannte Ulmer Fischerviertel mit Fachwerkhäusern, schmalen Gassen und dem Schiefen Haus. Für diese Runde bleiben Sie am Wasser; das Viertel ist einen eigenen Besuch wert.
Auf der schönen Uferpromenade geht es gut 500 Meter weiter bis zum schiefen Metzgerturm. Unter ihm hindurch führt die Gasse Unter der Metzig hinauf in die Altstadt.

Die Gasse mündet nach wenigen Schritten auf den Marktplatz. Rundum gibt es Cafés; wer mag, trinkt hier eine Tasse Kaffee.
Vor dem Rathaus mit seiner bemalten Fassade und der astronomischen Uhr steht der Fischkastenbrunnen von 1482. Sein Name ist wörtlich gemeint: An Markttagen hielten die Händler darin ihre Fische frisch.
Den Weg zum Münster zeigt der Turm selbst, er ragt über alle Dächer. Am Rathaus vorbei überqueren Sie die Neue Straße und kommen durch die Brautgasse an die Südseite des Münsters.

Jetzt lohnt es sich, langsam zu werden. Gehen Sie über den Münsterplatz einmal um das Münster herum: Etwa um diese Zeit geht die Beleuchtung an. Der Himmel ist noch blau, und das weiche Licht hebt jedes Detail der Fassade hervor.
Das ist die blaue Stunde. Sie beginnt etwa zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang und dauert eine knappe halbe Stunde.
Der Turm über Ihnen ist gut 161 Meter hoch. Rund 135 Jahre lang war er der höchste Kirchturm der Welt, bis ihn im Oktober 2025 die Sagrada Família in Barcelona überholte; der höchste in Deutschland ist er geblieben.

Am Hauptportal unter dem Turm lohnt ein Blick nach oben: Das angestrahlte Bogenfeld über den Türen erzählt die Schöpfungsgeschichte.

Wer noch Zeit hat, nimmt für den Rückweg die kleinen Gassen der Altstadt, zum Beispiel die Hafengasse, die von der Nordseite des Münsters nach Osten führt. Ihr Name kommt vom alten Ulmer Wort „Hafen“ für Topf. Am Abend sitzen hier noch ein paar Gäste vor den Lokalen.
Von der Hafengasse biegen Sie rechts in die Karpfengasse ab. Sie führt geradeaus hinunter zur Donaustraße und mit ihr zur Herdbrücke.
In der Mitte der Brücke überqueren Sie zum zweiten Mal die Landesgrenze, und diesmal ist sie zu sehen: als Metallband im Gehweg. Warum die Grenze gerade hier verläuft, erzählt unser Artikel über die Grenze auf der Herdbrücke.
Bleiben Sie dort einen Moment stehen und schauen Sie flussaufwärts. Im Westen glüht der Himmel nach, und die Laternen am Uferweg stehen doppelt im Wasser. Links ragt der Metzgerturm als schwarzer Umriss über die Dächer, rechts leuchtet die Spitze des Münsters.
Am anderen Ende der Brücke sind Sie wieder in Neu-Ulm. Zurück zum Memminger Tor ist es von hier rund ein Kilometer.

Ich war an einem Montagabend Anfang September 2026 auf dieser Runde unterwegs: 25 Grad, kaum Wind, die Donau glatt wie ein Spiegel. Am längsten bin ich auf dem Steg stehen geblieben, mitten über dem Fluss, mit der Altstadt im Abendlicht vor mir.
Das Licht hat an diesem Abend dreimal gewechselt: erst golden über der Altstadt, dann gelb in den Fenstern der Gassen, zum Schluss blau über dem Münster.
| Start und Ziel | Memminger Tor, Bootshausstraße, Neu-Ulm |
| Strecke | gut 3 km als Runde, fast eben |
| Dauer | rund zwei Stunden mit Pausen |
| Losgehen | etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang |
| Eintritt | frei |
| Am Sonntag | ja |
| Mit Hund | an der Leine |
| Mit Kinderwagen | befestigte Wege · Kopfsteinpflaster und eine kurze Steigung zwischen Metzgerturm und Marktplatz |
| Parken | am nächsten zum Start die Tiefgarage Südstadtbogen, rund 950 m, abends mit günstigem Kulturtarif · alle Parkhäuser in unserem Artikel über das Parken in Neu-Ulm |
| Ohne Auto | vom Bahnhof Neu-Ulm rund 1,3 km zum Memminger Tor |
| Trinkwasser | Trinkbrunnen auf dem Münsterplatz |
Eine der schönsten Runden führt an der Donau entlang und durch die Altstadt: vom Memminger Tor in Neu-Ulm über den Fußgängersteg an der Eisenbahnbrücke nach Ulm, an der Stadtmauer entlang zum Metzgerturm, über den Marktplatz zum Münster und über die Herdbrücke zurück. Die Runde ist gut drei Kilometer lang und fast eben; mit Pausen dauert sie rund zwei Stunden.
Zwei Stellen liegen direkt an dieser Runde. Vom Fußgängersteg an der Eisenbahnbrücke sieht man die Altstadt mit Stadtmauer und Münster im warmen Abendlicht, die Sonne steht dabei im Rücken. Von der Herdbrücke geht der Blick flussaufwärts nach Westen: Im Frühjahr und im Herbst steht dort das Abendrot über der Donau.
Der Spazierweg auf der Stadtmauer ist rund 600 Meter lang und reicht von der Wilhelmshöhe am Fischerviertel bis zur Herdbrücke. Gebaut wurde die Mauer um 1480 direkt in den Fluss; ihren oberen Wehrgang verlor sie, als Napoleon 1800 die Festung schleifen ließ. Unten am Wasser verläuft parallel der Uferweg.
Von außen ja, und auf dieser Runde liegt alles im Freien. In Ulm gehören Hunde auf Straßen und Gehwegen, auf den Donauwiesen und in allen Parks an die Leine; in den Neu-Ulmer Grünanlagen dürfen sie auf den Wegen an kurzer Leine mitlaufen. Ins Münster dürfen Hunde nicht hinein. Wasser gibt es am Trinkbrunnen auf dem Münsterplatz.
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