
Ein stiller Park an der Spitze einer Donauinsel in Neu-Ulm, fast direkt am Wasser und mit Blick auf Ulm. Was Sie dort erwartet, mit Kindern und mit Hund, wann auf dem Schwal gefeiert wird und wo Sie parken.
Am Ende der Neu-Ulmer Insel hört die Stadt einfach auf. Zu beiden Seiten fließt Wasser, vorne finden die Donau und ihr schmaler Seitenarm, die Kleine Donau, wieder zusammen, und am Ufer stehen ein paar Metallstühle. Wer sich setzt, hat Ulm direkt vor sich: die alte Stadtmauer, den schräg stehenden Berblinger-Turm, dahinter die Dächer der Altstadt.
Das Ulmer Ufer liegt von hier nur einen Steinwurf entfernt. Zu Fuß, über die Herdbrücke, sind es trotzdem fast achthundert Meter. Vielleicht liegt es an diesem Umweg, dass es an der Inselspitze so still ist: Ein paar Hundert Meter weiter rollt der Verkehr über die Herdbrücke, und hier ist davon kaum etwas zu spüren.
Der Schwal ist ein Park zum Durchatmen, fast direkt am Wasser. Kinder finden gleich am Eingang einen Spielplatz, Hunde eine kurze Runde an der Leine, und die Erwachsenen vor allem eins: Ruhe.
Inhalt

Der Schwal lohnt sich für alle, die in Ulm oder Neu-Ulm unterwegs sind und eine halbe Stunde am Wasser sitzen möchten: nach einem Bummel durch die Altstadt, mit einem Kaffee von der Insel oder einfach, weil der Abend so schön ist. Für Familien ist er ein guter Halt, weil Wasser, Bank und Spielplatz nur ein paar Schritte auseinanderliegen. Der Park ist jederzeit frei zugänglich, am Sonntag genauso wie unter der Woche.
Für einen Tagesausflug ist er zu klein. Gut hundert Meter misst der Park von einem Ende zum anderen, in einer Viertelstunde haben Sie ihn umrundet. Seine Stärke ist die Ruhe, und die herrscht fast das ganze Jahr: Nur beim Weinfest Anfang September und beim Schwörwochenfest im Juli wird es auf dem Schwal voll, laut und gesellig. Wer genau das sucht, kommt dann.

Am schönsten betreten Sie den Schwal über den Steg, der von der Donaustraße über die Kleine Donau auf die Insel führt, direkt in den Park. Er ist noch neu: Die Stadt hat ihn 2021 gebaut, gut vier Meter breit, für Fußgänger und Radfahrer. Sein Vorgänger, der „Inselsteg“, war eigentlich nur als Behelf gedacht und hat trotzdem über siebzig Jahre gehalten.
Wer von der Herdbrücke kommt, folgt der Straße, die schlicht „Insel“ heißt, am Brückenhaus vorbei und steht nach rund 400 Metern an der Spitze.

Gleich am Eingang des Parks, direkt hinter dem Steg, liegt der Spielplatz für Kinder bis 14 Jahre. Für ihn gilt, was für die städtischen Spielplätze in Neu-Ulm gilt: Er macht Mittagspause. Gespielt wird von 8 bis 12 und von 14 bis 20 Uhr, von Mai bis Oktober bis 21 Uhr. Kinder unter sechs Jahren kommen in Begleitung; Hunde, Zigaretten und Alkohol bleiben draußen.
Mit dem Kinderwagen wird es im Park etwas holprig, denn die Wege sind gepflastert. Weil der Schwal klein ist, sind die Strecken aber kurz.

Die Metallstühle am Ufer stehen genau richtig, mit dem Blick nach Ulm. Näher ans Wasser kommen Sie auf den Sitzstufen, die zur Kleinen Donau hinunterführen: Im Herbst 2024 hat die Stadt dafür die Ufermauer auf rund zwölf Metern geöffnet und fünf Stufenreihen eingebaut.
Früher kamen viele hierher, um Schwäne und Enten zu füttern. Heute bittet ein Schild darum, das zu lassen: Futterreste locken Ratten an, und die Wasservögel finden auch im Winter genug Nahrung. Der Schlusssatz auf dem Schild ist dafür umso freundlicher: „Daher bitte nicht füttern, aber gerne dem faszinierenden Treiben zusehen.“ Und zuzusehen lohnt sich: Auf dem Wasser am Park sind sehr viele Enten unterwegs, und für Kinder ist das ein kleines Abenteuer.
Gegenüber erhebt sich die Ulmer Stadtmauer mit der Adlerbastei. Von dieser Bastei startete Ende Mai 1811 der Schneider Albrecht Berblinger mit selbst gebauten Flügeln, um über die Donau zu gleiten. Er landete im Fluss, Fischer zogen ihn heraus. Gleich daneben steht der Berblinger-Turm, gebaut zum 250. Geburtstag des Schneiders: ein 20 Meter hoher Aussichtsturm, der sich um zehn Grad zur Donau neigt, als wollte er den Flug noch einmal wagen.
In Ulm erzählt man sich gern, das Schönste an Neu-Ulm sei der Blick auf Ulm. Auf dem Schwal muss man zugeben: Ganz unrecht haben die Ulmer nicht. Nur verschweigt der Spruch das Beste daran: Diesen Blick genießen Sie hier in aller Ruhe.

Seinen Namen hat der Schwal vom Wasser. Die Donau fließt an der Insel schneller als ihr Seitenarm und staut an der Spitze das Wasser der Kleinen Donau zurück: Es entsteht ein „Rückschwall“. So bildete sich dort eine seichte, ruhige Stelle, wie geschaffen, um Boote zu beladen.
Noch etwas verrät der Fluss nicht auf den ersten Blick: Das meiste Wasser, das am Schwal vorbeizieht, kommt gar nicht aus der Donau. Wenige Kilometer flussaufwärts mündet die Iller, und sie bringt im Mittel rund 70 Kubikmeter pro Sekunde mit, die Donau selbst nur gut 50. Was hier fließt, stammt also zum größeren Teil aus dem Allgäu.
Donauabwärts sehen Sie die Gänstorbrücke, die gerade neu gebaut wird.
Seit dem Mittelalter legten die Ulmer hier ihre Schiffe an. Zuerst fuhren Flöße, ab etwa 1570 flache Holzschiffe, die Zillen, wegen ihres Aussehens spöttisch „Ulmer Schachteln“ genannt. Ab 1712 legten sie außer im Winter jede Woche nach Wien ab, und weil man sich auf diesen Fahrplan verlassen konnte, hießen sie auch „Ordinari-Schiffe“.
Mit den Schiffen zogen im 18. Jahrhundert Tausende Auswanderer donauabwärts, die späteren Donauschwaben. An sie erinnert auf der Ulmer Seite, flussaufwärts an der Stadtmauer, das Donauschwaben-Denkmal.
Dann wurde die Donau 1810 zur Landesgrenze, und Ulms Hafen lag plötzlich in Bayern. Ein Staatsvertrag zwischen Bayern und Württemberg sicherte der Stadt Ulm 1821 trotzdem Eigentum und Nutzung des Schiffsplatzes zu. Ein Stück Ulm mitten in Bayern also, von dem aus noch bis 1897 Frachtschiffe nach Wien ablegten.

Auf der befestigten Inselspitze standen später Fabrikgebäude. 1931 kaufte die Stadt Neu-Ulm den Schwal, und ein Jahr darauf bekam er sein Denkmal.
Das Ehrenmal an der Spitze stammt von Edwin Scharff, einem gebürtigen Neu-Ulmer, nach dem heute das Museum am Petrusplatz heißt. Der Pfeiler ist aus Kalksteinquadern geschichtet, die von abgebrochenen Teilen der Festung stammen. Seine vier Reliefs zeigen keine Soldaten, sondern Zivilisten: eine Mutter mit Kind, Vater und Sohn, einen alten Fischer, eine trauernde Frau. Es erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, später wurde es auch den Toten des Zweiten gewidmet.
Den heutigen Park gibt es seit 1980. Er entstand für die Landesgartenschau, die Ulm und Neu-Ulm damals gemeinsam ausrichteten: die erste in Bayern wie in Baden-Württemberg und die erste in Deutschland, die über eine Landesgrenze hinwegging.
An ein paar Tagen im Jahr ist es mit der Ruhe vorbei, und dann lohnt sich der Schwal auf ganz andere Weise:
Am Weinfest-Wochenende lohnt sich ein Abstecher zum Petrusplatz, rund 500 Meter entfernt: Dort findet zur selben Zeit der Neu-Ulmer Töpfermarkt statt. Nicht verwechseln sollten Sie das Fest auf dem Schwal mit dem Ulmer Weinfest. Das läuft im Sommer gut zwei Wochen lang auf dem Münsterplatz, mit Tischreservierung.

Der Schwal ist nur die Spitze. Die Insel selbst ist gerade einmal 400 Meter lang und ein kleines Stadtviertel zwischen den beiden Donauarmen: Hier gibt es Wohnhäuser, Büros und Geschäfte, dazu ein paar Restaurants und Cafés. Jahrhundertelang war sie Ulms Brückenkopf am anderen Ufer. Heute verbindet die Herdbrücke sie mit Ulm, und über die Kleine Donau sind Sie in wenigen Schritten in der Neu-Ulmer Innenstadt.
Gleich bei der Herdbrücke steht das Brückenhaus, ein geschwungener Neubau, der zur Donau hin auf fünf Stockwerke ansteigt. Darin gibt es ein Café mit Plätzen im Freien, von denen Sie über das Wasser auf die Herdbrücke und den Turm des Ulmer Münsters schauen. Zum Haus gehört auch die Tiefgarage, praktisch für alle, die mit dem Auto kommen.
Von der Herdbrücke ist der Abstecher zur Inselspitze kurz, rund 400 Meter, ein schöner Schluss für unseren Abendspaziergang durch Ulm und Neu-Ulm.

Wer mit dem Auto kommt, parkt am nächsten in der Tiefgarage Brückenhaus. Die Einfahrt liegt an der Straße Insel, Hausnummer 14, zum Schwal sind es von dort rund 240 Meter zu Fuß. Die Garage hat 156 Stellplätze, zwei davon mit Ladesäule, und ist rund um die Uhr geöffnet, auch am Sonntag.
Eine Schranke und einen Parkschein gibt es hier nicht: Eine Kamera erkennt das Kennzeichen. Vor der Abfahrt tippen Sie es am Kassenautomaten ein und zahlen mit Karte oder Smartphone; Bargeld nimmt der Automat nicht. Die Einfahrt ist 2,00 Meter hoch, Motorräder haben keine Zufahrt. Die Tarife, Stand Oktober 2026:
Rund 500 Meter entfernt, über den Steg, liegt die städtische Tiefgarage Petrusplatz. Alle Parkhäuser der Innenstadt mit Preisen und Öffnungszeiten finden Sie in unserem Artikel über das Parken in Neu-Ulm.

Hunde dürfen mit auf den Schwal, an der Leine: In den Neu-Ulmer Grünanlagen darf sie höchstens 1,50 Meter lang sein, und das gilt für jeden Hund, ob groß oder klein. Der Spielplatz bleibt den Kindern vorbehalten, Hunde warten draußen.
Am Parkeingang steht eine Station mit Kotbeuteln, der Schwal eignet sich also gut für die Gassirunde. An gewöhnlichen Tagen ist hier wenig los, und Sie drehen mit dem Hund ganz entspannt Ihre Runde. Wasser für unterwegs bringen Sie am besten selbst mit.
| Wo | Schwal, die Spitze der Insel in Neu-Ulm · Zugang über den Steg von der Donaustraße oder über die Straße Insel von der Herdbrücke |
| Eintritt | frei, jederzeit zugänglich |
| Am Sonntag | geöffnet |
| Spielplatz | für Kinder bis 14 Jahre |
| Mit Kinderwagen | möglich, aber holprig: gepflasterte Wege, dafür kurze Strecken |
| Mit Hund | an der Leine, höchstens 1,50 m · Station mit Kotbeuteln am Eingang · Spielplatz ausgenommen |
| Parken | Tiefgarage Brückenhaus, Einfahrt Insel 14, rund 240 m zu Fuß · alle Parkhäuser in unserem Artikel über das Parken in Neu-Ulm |
| Ohne Auto | vom Bahnhof Neu-Ulm rund 800 m · vom Ulmer Münster rund 850 m · vom Ulmer Hauptbahnhof rund 1,7 km |
| Feste | Weinfest am ersten Septemberwochenende · Schwörwochenfest von Freitag bis Schwörmontag im Juli |
| Zeit | rund eine Stunde |
Das Weinfest „Weinzeit!“ findet seit 2025 auf dem Schwal statt, jeweils von Donnerstag bis Sonntag am ersten Septemberwochenende; 2026 lief es vom 3. bis 6. September. Den Termin für 2027 hat der Veranstalter noch nicht veröffentlicht. Das Ulmer Weinfest auf dem Münsterplatz ist ein anderes Fest und findet im Sommer statt.
Das Ehrenmal schuf der in Neu-Ulm geborene Bildhauer Edwin Scharff 1932 aus Kalksteinquadern der abgebrochenen Festung. Statt Soldaten zeigen seine Reliefs Menschen aus dem Alltag, darunter eine Mutter mit Kind und einen alten Fischer. Heute erinnert es an die Menschen aus Neu-Ulm, die aus beiden Weltkriegen nicht zurückkehrten.
Der Name kommt vom „Rückschwall“: Die schneller fließende Donau staut das Wasser der Kleinen Donau an der Inselspitze zurück. So entstand eine seichte, ruhige Stelle, an der die Ulmer seit dem Mittelalter ihre Schiffe beluden. Von hier fuhren die Zillen, die „Ulmer Schachteln“, bis nach Wien und weiter.
Am nächsten liegt die Tiefgarage Brückenhaus mit der Einfahrt Insel 14, rund 240 Meter vom Park. Sie ist rund um die Uhr geöffnet, die ersten 20 Minuten sind kostenlos, sonn- und feiertags kostet der Tag höchstens 6 Euro, bezahlt wird bargeldlos. Rund 500 Meter entfernt liegt die städtische Tiefgarage Petrusplatz.
Ja, an der Leine. Die Grünanlagensatzung der Stadt Neu-Ulm erlaubt höchstens 1,50 Meter Leinenlänge, und zwar für Hunde jeder Größe. Auf den Spielplatz dürfen Tiere nicht mit, und Hundekot muss man wegräumen; Beutel gibt es an einer Station am Parkeingang.
Die Beiträge auf dieser Seite beruhen auf Beobachtungen vor Ort und auf eigener Recherche und ordnen sie journalistisch ein. Angaben — etwa zu Öffnungszeiten, Gebühren, Leinenpflicht oder Zutritt — können sich ändern und gelten ohne Gewähr; im Einzelfall kann die Lage anders sein. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung: Bei konkreten Fragen hilft die zuständige Stadt oder der Betreiber weiter.
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