
Ein stiller Park mit alten Bäumen, einer Wiese und ein paar Bänken — nach diesem Artikel sehen Sie ihn mit anderen Augen.
Auf den ersten Blick ist der Kollmannspark in Neu-Ulm ein kleiner Park mit alten Bäumen, einer großen Wiese, Kieswegen in weiten Bögen und ein paar Bänken. Die meisten kommen genau deshalb her — sitzen, Ruhe haben, weitergehen.
Wenn Sie den Park aber von der Turmstraße aus betreten, gehen Sie zuerst durch ein freistehendes Steinportal: zwei Pfeiler, ein Sturz darüber, mehr nicht. Ein Türrahmen ohne Haus — und schon das macht neugierig. Man kommt sich vor, als wäre man bei jemandem zu Gast, und zwar ungefähr im Jahr 1910, als dieser Park angelegt wurde.
Dahinter warten drei Dinge, die den Besuch erst richtig interessant machen.
Inhalt

Wenn Sie vom Portal aus in den Park hineingehen, stehen an drei alten Bäumen Gedenksteine: niedrige Blöcke aus porösem Tuff, in die eine glatte Platte mit Schrift eingelassen ist.
Zwei davon konnten wir entziffern.
Schillerbuche. Gesetzt am 9. Mai 1905. Von Schülerinnen. Fünfzig Meter weiter steht der nächste — dasselbe Datum, dieselbe Widmung, ein anderer Baum: Schillerlinde. Die Platte am dritten Stein ist beschädigt, und was dort einmal stand, bleibt ein Rätsel.
Das Datum ist kein Zufall. Friedrich Schiller starb am 9. Mai 1805, und zum hundertsten Todestag wurde in ganz Deutschland gefeiert: mit Festakten, mit Reden und sehr oft mit Bäumen. Dauerhaft, billig, und jede Schule konnte mitmachen. Die letzte Zeile ist trotzdem bemerkenswert — dort steht „von Schülerinnen“.
Und jetzt der Teil, der den ganzen Park erklärt: Die Bäume waren fünf Jahre vor ihm da. Angelegt wurde die Anlage erst 1910 — dieselbe Jahreszahl, die im Torbogen am Eingang steht —, und zwar bewusst um die schon vorhandenen Stiftungsbäume herum: die für Schiller und die für den bayerischen Prinzregenten Luitpold.

Gleich hinter dem Steinportal an der Turmstraße steht auf einem betonierten Sockel ein Stück Technik, an dem praktisch alle vorbeilaufen: Pumpe und Motor auf einer gemeinsamen schweren Grundplatte, ausgemustert, aus dem alten Wasserwerk der Stadt. Daneben liegt ein Absperrschieber mit Handrad.
Aufgestellt wurde das mit Absicht — nur eben ohne Geländer, ohne Vitrine und ohne ein Schild, das erklärt, wie wichtig diese Maschine für Neu-Ulm einmal war. Man kann um sie herumgehen, sich bücken und die Hand drauflegen.
Das Typenschild ist noch vollständig zu lesen: Maschinenfabrik Esslingen, Kreiselpumpe, Baujahr 1929. Derselbe Betrieb hat Lokomotiven gebaut.

Über den Baumkronen steht der rosafarbene Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt. Unter ihm liegt das Kriegspulvermagazin der alten Bundesfestung, 1853 gebaut, um Schießpulver zu lagern — und was wie ein grüner Hügel aussieht, ist die Erddeckung darüber. Um 1900 suchte die wachsende Stadt einen Platz für ihren Hochbehälter und setzte ihn einfach obendrauf.
Warum das so kam, was hinter der Fassade wirklich steckt und wie man trotz verschlossener Tür hineinkommt, steht in unserem Artikel zum Wasserturm.
Übrigens hängt hier alles miteinander zusammen: Der Park ist nach Josef Kollmann benannt, der von 1885 bis 1919 Erster Bürgermeister von Neu-Ulm war. In diesen 34 Jahren bekam die Stadt fließendes Wasser, Gas und Strom, dazu 1897 ihre erste Straßenbahnlinie. Das Wasserwerk mit dem markanten Turm entstand mitten in seiner Amtszeit — und bis heute steht er an der Turmstraße, die den Turm im Namen trägt.

Mit Kindern lässt es sich hier gut aushalten. Im Park gibt es einen kleinen Spielplatz mit Federgeräten, und für die Eltern stehen Bänke in der Nähe — man kann die Runde also in aller Ruhe unterbrechen.

| Wo | Kollmannspark, Neu-Ulm — zwischen Turmstraße und Kasernstraße |
| Eintritt | frei zugänglich, kostenlos, rund um die Uhr |
| Am Sonntag | geöffnet — eine öffentliche Grünanlage ohne Tor, und an schönen Sonntagen der ruhige Gegenentwurf zur geschlossenen Innenstadt |
| Mit Kinderwagen | ja, die Kieswege sind breit und fest |
| In der Nähe | Glacis-Park drei Gehminuten · Memminger Tor keine zehn Minuten · bis zur Donau und nach Ulm hinüber 15 bis 20 Minuten zu Fuß |
| Parken | am nächsten die Tiefgarage Südstadtbogen, rund 600 m zu Fuß · alle Parkhäuser im Überblick in unserem Artikel über das Parken in Neu-Ulm |
| Ohne Auto | rund 1,2 km vom Neu-Ulmer Hauptbahnhof, etwa 15 Gehminuten · rund 1 km vom Zentralen Umsteigepunkt (ZUP) gleich nebenan |
| Zeitbedarf | 30 Minuten |
Drei Dinge, an denen die meisten vorbeigehen: die Schillerbäume von 1905 mit ihren Gedenksteinen, eine ausgemusterte Pumpe des alten Wasserwerks von 1929 am Zugang zur Turmstraße und den Wasserturm, der auf einem Kriegspulvermagazin von 1853 steht. Dazu ein freistehendes Steinportal von 1910 am Eingang.
Alte Bäume, an deren Fuß Gedenksteine mit eingelassenen Schriftplatten stehen. Zwei sind noch lesbar und tragen die Namen Schillerbuche und Schillerlinde, dazu die Zeile „gesetzt am 9. Mai 1905 von Schülerinnen“. Gesetzt wurden sie zum hundertsten Todestag Friedrich Schillers.
Der Park wurde 1910 angelegt — also fünf Jahre nach den Schillerbäumen, und bewusst um die bereits vorhandenen Bäume herum. Benannt ist er nach Josef Kollmann (1855–1932), der Neu-Ulm von 1885 bis 1919 als Bürgermeister führte und in dieser Zeit unter anderem die Wasser- und Energieversorgung der Stadt aufbaute. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwilderte die Anlage; die Stadt hat sie Mitte der 1990er-Jahre wiederhergestellt.
Für den normalen Besuch nicht: keine Kasse, keine Öffnungszeiten, keine öffentlichen Führungen. Geöffnet wird der Turm nur für Trauungen. Von außen ist er samt Pulvermagazin jederzeit frei zugänglich.
Ja. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege führt den Park als einen von acht Teilen der Hauptumwallung der Bundesfestung Ulm, die als größte Festungsanlage ihrer Zeit gilt. Angeschrieben ist das im Park nirgends; sichtbar ist davon vor allem das ehemalige Kriegspulvermagazin, auf dem heute der Wasserturm steht.
Ja. Die Wege sind breite, feste Kieswege ohne nennenswerte Steigung; an die Gedenksteine kommt man über die Wiese. Im Park gibt es außerdem einen kleinen Spielplatz mit Federgeräten.
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