Schloss Rapperswil am Zürichsee: Was der Eintritt kostet und was Sie im Rundgang erwartet

Redaktion Wohin FahrenSchweizvor 3 Wochen12 Aufrufe

Drei Türme, ein Hochwächter und ein Innenhof, den Sie ohne Ticket betreten: Was Sie am Schloss Rapperswil erwartet und was der Eintritt kostet.

Hoch über dem Zürichsee, auf einem Felsen mitten in der Altstadt von Rapperswil, steht eine Burg mit drei Türmen. Seit November 2024 ist das Schloss Rapperswil nach zwei Jahren Umbau wieder offen: mit neuem Treppenhaus, mit Liften und mit einer Ausstellung über mehr als sieben Jahrhunderte, durch die der Hochwächter vom höchsten Turm führt.

Vieles gibt es hier auch ohne Ticket: die Terrasse mit dem Blick über den See, den Innenhof während der Öffnungszeiten, die Hirsche gleich nebenan. Was der Eintritt kostet und für wen sich der Rundgang lohnt, steht gleich unten.

Und falls Sie mit einem älteren Reiseführer anreisen: Das Polenmuseum, das lange im Schloss untergebracht war, ist 2022 ausgezogen und zieht in ein Haus am Hauptplatz.

Für wen sich der Rundgang durchs Schloss lohnt

Der Rundgang lohnt sich für alle, die Burgen gern von innen erleben. Er führt nicht durch Vitrinenreihen in einem Anbau, sondern durch das Gemäuer selbst: über den Wehrgang, durch zwei Türme und in die Säle des Palas, des Hauptgebäudes. Planen Sie dafür eine bis anderthalb Stunden ein.

Für Familien ist der Besuch günstiger, als der Einzelpreis vermuten lässt. Zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern zahlen zusammen CHF 34, Kinder unter sechs Jahren kommen gratis hinein. Und weil sich der größte Teil in Türmen und Sälen abspielt, ist die Burg auch an einem Regentag eine gute Adresse.

Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag, also auch am Wochenende; montags bleibt das Tor zu.

Einen Vorbehalt gibt es für alle, die wegen der polnischen Sammlung anreisen: Sie zieht gerade in ein Haus unten am Hauptplatz. Was das für Ihren Besuch bedeutet, steht weiter unten.

Was Sie im Rundgang erwartet

Die Ausstellung heißt „Schloss Rapperswil – Geschichte(n) erleben“ und führt durch mehr als sieben Jahrhunderte des Hauses, mit eigenen Kapiteln über die Habsburger und über die Polen. Der Weg führt in vier Stationen durch die Burg:

  • Wehrgang: Hier warten interaktive Stationen, und durch die Geschichte führt der Hochwächter, der einst über der Stadt wachte.
  • Pulverturm: In ihm lag das Mausoleum für das Herz von Kościuszko. Seit dem Umbau ist der Raum wieder zugänglich.
  • Gügelerturm: der höchste Turm der Burg, Arbeitsplatz des Hochwächters.
  • Palas: die Säle des Hauptgebäudes.

Wie gründlich die Burg dafür umgebaut wurde, zeigt schon das Treppenhaus im Palas. Die neue Treppe windet sich wie eine Skulptur durch den alten Raum, und ihre Architekten nahmen sich eine Gletschermühle zum Vorbild. Rund 17,5 Millionen Franken hat der Umbau gekostet, den größten Teil tragen die Ortsgemeinde als Eigentümerin und die Stadt; die Stimmberechtigten hatten 2020 mit rund 72 Prozent zugestimmt.

Der Rundgang ist seither rollstuhlgängig, bis auf den Gügelerturm, den nur Treppen erschließen. Treppenlift und Deckenlift bedient das Personal.

Der Hochwächter im Gügelerturm

Der höchste Turm der Burg, der viereckige Bergfried im Südwesten, trägt einen eigenen Namen: Gügelerturm, andernorts liest man auch Gügeliturm. Vom Vorplatz aus ragt er über der langen Bruchsteinmauer auf, an der der Efeu halb hinaufgewachsen ist.

Seinen Namen hat er von seinem Bewohner. Gügeler nannten die Rapperswiler ihren Hochwächter, der Nacht für Nacht oben saß und über die Dächer schaute. Sah er irgendwo Feuer, blies er ins Horn und weckte die Stadt. Diesen Dienst gab es von 1368 bis 1905 — so lange, bis Rapperswil eine Feuerwehr bekam.

Mehr als fünf Jahrhunderte Nachtwache: Kein Wunder, dass der Hochwächter heute durch die Ausstellung führt. Für Schulklassen der dritten und vierten Klasse gibt es sogar einen eigenen Workshop mit dem schönen Titel „Hochwächter gesucht!“.

Zeitturm des Schlosses Rapperswil von unten: Turm mit Zifferblatt und großer roter Sonnenuhr, davor Mauern, Treppen und eine Balustrade mit roten Geranien
Zeitturm, Schloss Rapperswil

Drei Türme, ein Dreieck

Von unten wirkt die Burg wie eine lange Mauer mit einem wuchtigen Turm. Ihr Grundriss ist genauer: ein fast gleichseitiges Dreieck, an jeder Ecke ein Turm.

  • Gügelerturm im Südwesten, der höchste.
  • Zeitturm im Südosten, fünfeckig, mit zwei großen Zifferblättern, einer Sonnenuhr und drei Glocken. Seine Uhr sehen Sie schon vom Hauptplatz aus.
  • Pulverturm im Nordwesten, mit den beiden anderen über Wehrgänge verbunden.

Grafen, Habsburger, Eidgenossen: wem die Burg gehörte

Gebaut haben die Burg die Herren von Rapperswil, um 1220/1230. Im 14. Jahrhundert geriet sie mitten in einen Machtkampf um Zürich. Rapperswil hatte Ratsherren aufgenommen, die Zürich 1336 verbannt hatte, und in der Nacht auf den 24. Februar 1350 versuchten sie mit Rückendeckung des Rapperswiler Grafen, die Macht in ihrer Stadt zurückzuholen. Der Umsturz scheiterte, und noch im selben Jahr zerstörten die Zürcher Stadt und Burg.

Ein Wandbild am Curti-Haus in der Altstadt zeigt die Szene bis heute: die Stadt in Flammen, darunter die Inschrift „Rudolph Brun Buergermeister v Zuerich verjagt die Einwohner v Rapperswil Weihnachten M·CCC·L“. Mehr über die beiden Wandbilder steht in unserem Artikel über die Sehenswürdigkeiten von Rapperswil.

Vier Jahre später übernahm Herzog Albrecht II. von Habsburg die Herrschaft und ließ Stadt und Burg neu aufbauen. Was heute auf dem Felsen steht, ist im Kern diese habsburgische Burg.

Die Verbindung sehen Sie im Innenhof noch heute. An der Mauer hängt dort ein bemaltes Wappenrelief: Zwei Engel mit roten und grünen Flügeln halten einen goldenen Schild mit einem schwarzen Adler, auf seiner Brust der rot-weiß-rote Bindenschild Österreichs, und über dem Schild sitzt eine goldene Krone. Darunter lehnen zwei Schilde mit je zwei roten Rosen aneinander — das Wappen von Rapperswil.

Gut hundert Jahre später wechselte Rapperswil die Seite. 1458 zogen eidgenössische Truppen in die Stadt ein, 1464 schloss sie ein Schutzbündnis mit Uri, Schwyz, Unterwalden und Glarus. Aus dem habsburgischen Vorposten am See wurde eine Stadt unter dem Schutz der Eidgenossen.

Wandbild am Curti-Haus in Rapperswil: die Stadt in Flammen und fliehende Menschen, darunter eine Kartusche mit der Inschrift „Rudolph Brun Buergermeister v Zuerich verjagt die Einwohner v Rapperswil Weihnachten M·CCC·L“
Wandbild am Curti-Haus in Rapperswil: die Vertreibung der Einwohner an Weihnachten 1350

Das Polenmuseum: ein Kapitel der Schlossgeschichte

Von 1870 bis 2022 war im Schloss, mit Unterbrechungen, ein polnisches Museum untergebracht. Gegründet hat es Graf Władysław Plater, ein polnischer Emigrant, der in Rapperswil lebte und im Innenhof der Burg begraben ist. Von 1897 bis 1927 lag im Pulverturm sogar das Herz des Freiheitskämpfers Tadeusz Kościuszko, der 1817 in Solothurn gestorben war.

Im Frühjahr 2022 ist das Museum ausgezogen. Es zieht in den Burghof am Hauptplatz und wird dort deutlich kleiner als bisher. Ab Oktober 2026 wird umgebaut, ein Eröffnungsdatum gibt es noch nicht.

Breite Steintreppe vom Hauptplatz hinauf zum Schloss Rapperswil, in der Mitte eine Felsgrotte unter einer Terrasse mit Balustrade, links oben der Zeitturm, rechts die Stadtpfarrkirche mit Fensterrose
Schlosstreppe am Hauptplatz, Rapperswil

Was Sie ohne Ticket sehen

Der Weg hinauf beginnt am Hauptplatz. Eine breite Steintreppe führt den Felsen hinauf, vorbei an einer Balustrade mit roten Geranien und an einer in den Hang gesetzten Felsgrotte. Darüber stehen der Zeitturm mit seinem Zifferblatt und gleich daneben die Stadtpfarrkirche.

Oben öffnet sich der Lindenhof mit der Terrasse vor dem Schlosstor: Altstadtdächer, der Zürichsee, der Seedamm und bei klarer Luft die Alpen. Von April bis Oktober öffnet hier bei schönem Wetter eine kleine Buvette.

Auf dem Platz vor dem Haupttor steht die Freiheitssäule, sechs Meter hoch, oben ein Adler. Polnische Emigranten haben sie 1868 errichtet; an diesem Platz steht sie aber erst seit 1969, davor ist sie dreimal umgezogen.

Während der Öffnungszeiten steht auch der Innenhof der Burg frei offen, und an der Mauer hängt dort das bemalte Wappenrelief mit Adler und Rosen. Einen Hinweis sollten Sie kennen: Im ganzen Schlossareal sind Essen, Trinken, Spielen und Rauchen nicht erlaubt. Für Picknick und Toben ist der Lindenhof da.

Gleich neben der Burg, am Nordhang, leben seit 1871 Damhirsche im Hirschpark, frei zugänglich und rund um die Uhr. Sie erinnern an die Gründungssage der Stadt: Eine Hirschkuh, die mit ihren Kälbchen in einer Höhle am Felsen Zuflucht fand und von der Gräfin verschont wurde, soll den Grafen von Rapperswil dazu gebracht haben, genau hier seine Burg zu bauen. Wie viel der Hügel und die Altstadt darunter ohne Eintritt hergeben, steht in unserem Artikel über die Sehenswürdigkeiten von Rapperswil.

Unter dem Burgfelsen liegt außerdem ein Bunker. Hinein kommen Sie nur mit Führung: Die Tourist-Information nimmt ihn in einen Stadtrundgang auf, für Gruppen auf Anfrage und an einzelnen öffentlichen Terminen.

Bemaltes Wappenrelief an einer Bruchsteinmauer im Innenhof des Schlosses Rapperswil: zwei Engel halten einen goldenen Schild mit schwarzem Adler und rot-weiß-rotem Brustschild, darüber eine goldene Krone, darunter zwei Schilde mit je zwei roten Rosen
Wappenrelief im Schlosshof, Schloss Rapperswil

Mit Kindern im Schloss Rapperswil

Der Rundgang kommt Kindern entgegen. Im Wehrgang gibt es interaktive Stationen, und wer könnte Kindern eine Burg besser erklären als der Hochwächter, der nachts auf ihrem höchsten Turm saß?

  • Eintritt: Kinder unter sechs Jahren gratis, von 6 bis 16 Jahren CHF 6. Mit einem Erwachsenen und bis zu zwei Kindern kostet das Familienticket CHF 20, mit zwei Erwachsenen und bis zu drei Kindern CHF 34.
  • Dauer: eine bis anderthalb Stunden.
  • Danach: Toben ist im Schlossareal nicht vorgesehen, dafür liegen Lindenhof und Hirschpark gleich vor der Tür.
  • Kinderwagen: Der Weg hinauf ist steil, vom Hauptplatz führt eine Treppe. Im Schloss kommen Sie dank Liften überallhin, außer in den Gügelerturm.

Mit Hund am Schloss Rapperswil

Hunde warten draußen: Ins Schloss Rapperswil dürfen sie nicht, auch nicht in den Innenhof und auch nicht als Schoßhund. So steht es in der Hausordnung.

Wer zu zweit unterwegs ist, wechselt sich am besten ab. Einer geht durch die Ausstellung, der andere dreht mit dem Hund an der Leine eine Runde über den Lindenhof.

Praktisches

Wo Schloss Rapperswil, Lindenhof, 8640 Rapperswil-Jona, Kanton St. Gallen · über der Altstadt am Zürichsee
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr, Montag geschlossen · außerdem zu am 1. November und vom 24. bis 26. Dezember
Am Sonntag geöffnet
Eintritt Erwachsene CHF 14 · AHV, IV, Lernende und Studierende bis 26 Jahre mit Ausweis CHF 9 · Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren CHF 6 · Kinder unter 6 Jahren gratis
Familientickets 1 Erwachsener mit bis zu 2 Kindern oder Jugendlichen CHF 20 · 2 Erwachsene mit bis zu 3 Kindern oder Jugendlichen CHF 34
Ebenfalls gratis mit Schweizer Museumspass, Swiss Travel Pass oder Raiffeisen Card
Tickets im Foyer des Schlosses, im Visitor Center am Fischmarktplatz oder online · bar, mit Karte oder TWINT
Ohne Ticket Innenhof während der Öffnungszeiten, Terrasse, Lindenhof, Freiheitssäule, Hirschpark
Zeit Rundgang 1 bis 1,5 Stunden
Barrierefrei Rundgang rollstuhlgängig bis auf den Gügelerturm, Lifte bedient das Personal · der Weg hinauf ist steil; mit Bewilligung des Schlosses dürfen Sie bis zum Schlosstor fahren
Mit Hund Hunde dürfen nicht ins Schloss und nicht in den Innenhof · draußen auf dem Lindenhof an der Leine
Ohne Auto S-Bahn ab Zürich HB: S5 und S15 rund 37 Minuten, S7 rund 41 Minuten · vom Bahnhof Rapperswil rund 5 Minuten zum Hauptplatz, dann die Treppe hinauf
Parken Parkhaus See am Fischmarktplatz (112 Plätze) oder Parkhaus Schanz (78 Plätze), Einfahrtshöhe jeweils 2,05 m
Polenmuseum zieht in den Burghof am Hauptplatz, dort ab Oktober 2026 Umbau, Wiedereröffnung noch ohne Datum

Häufige Fragen zum Schloss Rapperswil

Was kostet der Eintritt ins Schloss Rapperswil?

Erwachsene zahlen CHF 14, Personen mit AHV oder IV sowie Lernende und Studierende bis 26 Jahre mit Ausweis CHF 9, Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren CHF 6. Für Familien gibt es zwei Tickets: CHF 20 für einen Erwachsenen mit bis zu zwei Kindern, CHF 34 für zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern. Frei ist der Eintritt für Kinder unter sechs Jahren sowie mit Schweizer Museumspass, Swiss Travel Pass und Raiffeisen Card.

Wann ist das Schloss Rapperswil geöffnet?

Von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr, montags bleibt es geschlossen. Zu ist es außerdem am 1. November und vom 24. bis 26. Dezember. In dieser Zeit ist auch der Innenhof frei zugänglich, ohne Ticket.

Wo ist das Polenmuseum Rapperswil heute?

Das Polenmuseum hat das Schloss im Frühjahr 2022 verlassen und zieht in den Burghof am Hauptplatz von Rapperswil. Dort wird ab Oktober 2026 umgebaut, bis zur Wiedereröffnung ist das Museum geschlossen; ein Datum ist noch nicht bekannt.

Wie lange dauert der Rundgang durch das Schloss Rapperswil?

Man sollte eine bis anderthalb Stunden einplanen. Der Rundgang führt über den Wehrgang durch den Pulverturm und den Gügelerturm in die Säle des Palas, im Wehrgang gibt es interaktive Stationen. Bis auf den Gügelerturm ist er rollstuhlgängig, die Lifte bedient das Personal.

Dürfen Hunde mit ins Schloss Rapperswil?

Nein, auch Schoßhunde nicht, und das gilt auch für den Innenhof. Lindenhof und Hirschpark vor der Burg sind die Alternative: Dort kann man mit Hund an der Leine spazieren. Zu zweit wechselt man sich am besten ab.

Wo parkt man für einen Besuch im Schloss Rapperswil?

Direkt am Schloss gibt es keine Parkplätze, auch nicht für Motorräder und Fahrräder. Die nächsten Parkhäuser sind das Parkhaus See am Fischmarktplatz mit 112 Plätzen und das Parkhaus Schanz mit 78 Plätzen, beide mit 2,05 Metern Einfahrtshöhe. Von dort geht es zu Fuß über den Hauptplatz und die Treppe hinauf.

Rechtlicher Hinweis

Die Beiträge auf dieser Seite beruhen auf Beobachtungen vor Ort und auf eigener Recherche und ordnen sie journalistisch ein. Angaben — etwa zu Öffnungszeiten, Gebühren, Leinenpflicht oder Zutritt — können sich ändern und gelten ohne Gewähr; im Einzelfall kann die Lage anders sein. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung: Bei konkreten Fragen hilft die zuständige Stadt oder der Betreiber weiter.

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